Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Folgeprojekt: Chiemgauer Seenplatte blüht auf

In der Leader-Region Chiemgau-Inn-Salzach startete 2010 das Folgeprojekt "Chiemgauer Seenplatte blüht auf". Dr. Inge Graichen und Landschaftsarchitektin Sabine Löw-Wurmannstetter werden das Projekt betreuen. Schon 2005 wurde in der Region das Modellprojekt Blühender Chiemgau durchgeführt. Blühender Chiemgau war das erste große Projekt des Netzwerk Blühende Landschaft. Grundlegende Bausteine der Netzwerkarbeit wie beispielsweise die inhaltiliche Arbeit zur Infobroschüre "Wege zu einer Blühenden Landschaft" konnten damals durch das Projekt realisiert werden.

Informationstag über die Anlage von Bienenweiden und Wildäckern als Auftaktveranstaltung

Ein Meer blauer, violetter, dunkelroter, oranger und gelber Blüten, darüber das Summen der Bienen und Hummeln, lautlos gaukelnde Schmetter-linge und Schwebfliegen – für alle, die sich im Leader-Gebiet „Chiemgauer Seenplatte“ für das Projekt „Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf“ stark gemacht hatten und nun bei der Besichtigung der Blühflächen von Franz Gmaindl in Schweinberg bei Emertsham dabeiwaren, schien eine Vision Realität geworden zu sein – die Vision von der Rückkehr einer arten- und blütenreichen Pflanzenwelt zumindest in Teilbereichen der landwirtschaftlich genutzten Fluren in der Region.

Leader-AG-Vorstandsmitglied Sepp Reithmeier, zweiter Bürgermeister von Pittenhart und Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Traunstein im " Landesverband Bayerischer Imker ", und Kienbergs erster Bürgermeister Hans Urbauer hatten den Kontakt mit dem Mitarbeiter des Traunsteiner Landwirtschaftsamts Franz Gmaindl genutzt, um sich und andere an den von dem Nebenerwerbslandwirt angelegten Bienenweiden und Wildäckern exemplarisch über die Möglichkeiten zu informieren, neue Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und Deckungs- und Bruthabitate für größere und kleinere Wildtiere zu erschließen. Der mit Unterstützung der Leiterin des Landwirtschaftsamts Dr. Maria Kau und weitere Mitarbeiter organisierte Info-Tag zog Interessierte aus allen Bereichen an, Landwirte, Imker und Jäger genauso wie im Naturschutz Tätige und Mitglieder von Leader-Arbeitskreisen an, die viel über Franz Gmaindls praktische Erfahrungen mit der Anlage und Pflege der Wildäcker erfuhren, unter anderem über die Wichtigkeit von strukturgebenden Getreide- und Brachstreifen. Aber auch die Kosten und die staatliche Förderung der als Stilllegung geltenden Bewirtschaftung dieser Flächen waren Themen der Veranstaltung.

Informationsveranstaltung zur Anlage von Bienenweide und Wildacker
Informationsveranstaltung zur Anlage von Bienenweide und Wildacker

Partnerschaft von Landwirtschaft und Imkerei

Die Bewirtschaftung als Blühfläche könne für manche Fläche auch finanziell interessant sein, zeigte Alois Lohwieser vom Landwirtschaftsamt Traunstein auf, wenn man die staatliche Förderung berücksichtige. Imker und Leader-AG-Vertreter Sepp Reithmeier wertete die Veranstaltung als möglichen Auftakt für den Ausbau der Partnerschaft von Landwirtschaft und Imkerei und sprach die Hoffnung aus, dass immer mehr Bauern erkennen, dass sie mit einfachen Maßnahmen oder gewissermaßen Nischenlösungen wie der Anlage von blütenreichen Ackerrandstreifen, der Aussaat von Bienenweidesamen nach der Ernte der Wintergerste oder auf Restflächen viel für die Erhaltung der Gesundheit der Honigbienen und der Schönheit der Landschaft tun können. „Für den Erfolg des Leader Projekts ‚Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf’ ist es wichtig, dass es auch in Zukunft vom Landwirtschaftsamt unterstützt wird“, suchte Reithmeier weitere Perspektiven zu eröffnen.

Ansaat einer Magerwiese auf neuem Kreisverkehr

Schon nach wenigen Wochen hat sich die Magerwiese in der Mitte des neuen Kreisverkehrs zwischen Obing und Honau zu einem Blütenparadies entwickelt. Nelken-Leimkräuter, Pechnelken, Kornblumen und Klatschmohn erfreuen das Auge. Für diese und andere lichtliebende und offene Böden zum Keimen benötigende Pflanzen bietet der Kreisverkehr einen neuen Standort. Ihre Blüten bieten Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Schwebfliegen Nahrung. Mit der Nutzung der Straßenbegleitflächen am Honauer Kreisverkehr als Magerwiese leistet die Gemeinde Obing einen Beitrag zu dem Ziel, die Leader-AG Chiemgauer Seenplatte wieder mehr in eine blühende Landschaft zu verwandeln.

Ansaat einer Magerwiese auf Kreisverkehr
Ansaat einer Magerwiese auf Kreisverkehr

Kontakt:

Sabine Löw-Wurmannstetter, Landschaftsarchitektin, Hangweg 6, 83361 Kienberg, Tel. 08628-987-685,

Dr. Inge Graichen, Kienberger Str.17, 83119 Obing, Tel. 08624-891275,


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