Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Blühende Landschaft Westfalen

Blühendes Band durch unser Land – Initiative für eine bienenfreundliche und blütenreiche Landschaftsgestaltung in Westfalen

Start der Initiative auf dem Apisticus-Tag 2012 in Münster

Ausgeräumte, überdüngte Kulturlandschaften, Monokulturen auf Getreidefeldern, einfarbig grüne Wiesen, riesige Maisflächen für die Biogasanlagen und vieles mehr sind der Grund für den extremen Verlust an Nahrungsangeboten für Blütenbesucher und Wildtiere. Das Aussterben vieler Arten, der Rückgang von Schmetterlingen und Wildbienen und die Bienenverluste der vergangenen Jahre haben den Landesverband westfälischer und lippischer Imker dazu motiviert, seine Initiative „Blühendes Band durchs Westfalenland“ ins Leben zu rufen.

Blühendes Band durchs Westfalenland Foto: U. Rohlmann

Auf dem Apisticus-Tag 2012 in Münster erfolgte der offizielle Start zum landesweiten Aufspannen des bienenfreundlichen und blütenreichen Bandes. Der Landesverband wurde dabei aktiv unterstützt durch die Fachkompetenz des Netzwerks Blühende Landschaft sowie des Naturgarten e. V.. Holger Loritz und Barbara Heydenreich betreuten den NBL-Stand mit vielfältigem und aktuellem Material persönlich. Das neue Handbuch und die fachliche Beratung stießen bei den Besuchern einer der größten Imkerfachmessen Deutschlands auf großes Interesse. Dr. Reinhard Witt und Kerstin Lüchow vom Naturgarten e. V. präsentierten Infomaterial und Fachbücher zum Thema. Dr. Witt hielt zudem einen sehr interessanten Vortrag zum Wert heimischer Wildpflanzen und nachhaltigen Pflanzungen und Ansaaten.

Ausstellungsraum des Landesverbandes Westfälisch-Lippischer Imker auf dem Apisticus-Tag 2012 Foto: U.Rohlmann
Im eigens vom Landesverband gestalteten Raum gab es neben zahlreichen Vorträgen einen Parcours der Vielfalt zu sehen. Hier dienten bereits existierende Beispielprojekte wie das Versmolder Blüten-Mehr vom Landesvorsitzenden Friedrich Wilhelm Brinkmann, die Ravensberger Lichtlandschaften aus Bielefeld – vorgestellt von Helge Jung und Friedrich-Wilhelm Große-Wöhrmann – , das Projekt zur grünen Aue von Arnold Grams aus Hamm oder das Projekt „Blütenreichtum in Welver“, an dem u. a. der Imkerverein Welver und Umgebung beteiligt ist, dem Erfahrungsaustausch. Auf großes Interesse stieß die Vorstellung des Projektes „Wildstauden als Energiepflanzen“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.

Da die für das Gesamtprogramm verantwortlichen Obleute des Landesverbandes für Umwelt- und Naturschutz gleichzeitig das Netzwerk Imker für gentechnikfreie Regionen leiten, durften aktuelle Infos zur Agro-Gentechnik nicht fehlen. Der Bezug zur gestarteten Initiative ist durch die extreme Bedrohung der Artenvielfalt durch die Gentechnik schnell hergestellt.

Am Beispiel eines Bienen-Projektes des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Lüdenscheid, wurde die Bedeutung der Arbeit mit Kindern im Bereich des Naturschutzes deutlich. Barbara Ströll von Mellifera e. V. präsentierte persönlich die Initiative „Bienen machen Schule“ und lud die Besucher zur gleichnamigen bundesweiten Fachtagung vom 15. – 17.6.2012 nach Hannover ein.

Der Parcours der Vielfalt wurde durch verschiedene Vorträge ergänzt. Interessierte Besucherinnen und Besucher erlebten im Vortrag „Versmolder Blüten-Mehr – ein blütenreiches Beispiel aus Westfalen“ von Friedrich Wilhelm Brinkmann einen begeisterten und engagierten Landesvorsitzenden, der im Anschluss an seinen Vortrag nach persönlichen Stellungnahmen eine lebhafte, konstruktive und sehr fruchtbare Diskussion mit Holger Loritz und Dr. Reinhard Witt zum Thema „Nachhaltige Ansaaten und Pflanzungen“ führte.

Ulrike Rohlmann, die gemeinsam mit ihrem Mann Gregor für den Fachbereich Umwelt- und Naturschutz beim Landesverband zuständig ist, stellte Motivation, Ziele und Vorgehensweise der Initiative „Blühendes Band durchs Westfalenland“ vor und lud die Gäste ein, auf einer großen Westfalenkarte durch das Aufkleben von Blühpunkten an ihrem jeweiligen Wohnort existierende Beispiele oder den Wunsch nach Mitarbeit deutlich zu machen. Am Sonntag ergänzte Arnold Grams aus Hamm die Vortragsreihe durch die Präsentation seines Projektes zur grünen Aue.

Gäste an der Interaktiven Karte Foto: U. Rohlmann

Ausblick

Das große Besucherinteresse an den Infoständen und den Aktionen im Raum des Landesverbandes stimmt die Verantwortlichen für die neue Blühinitiative hoffnungsfroh.
In den kommenden Jahren werden Imkerinnen und Imker aus Westfalen gemeinsam mit bereits bestehenden Initiativgruppen in verschiedenen Projekten weitere Erfahrungen mit unterschiedlichen Saatgutmischungen sammeln. Nicht nur Städte und Gemeinden sollen angesprochen werden, sondern auch Landwirte, Waldbauern, Jäger, GaLa-Bauer, Kleingärtner, Kirchen, Schulen und Kindergärten, Tourismusverbände, Vereine und Einzelpersonen.

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt- und Naturschutz NRW und den Landkreisen sowie Interessenverbänden der Landwirte und Jäger soll sich in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ein flächendeckendes Gesamtkonzept entwickeln.

Der Landesverband freut sich bei der Entwicklung einer Strategie für seine neue Initiative sehr über die kompetente Unterstützung des Netzwerks Blühende Landschaft und des Naturgarten e.V. und hofft, dass es neben dem Musterbeispiel der Gemeinde Haar, bei dem Barbara Stark vom NBL sehr engagiert an der Umsetzung des von Dr. Witt entwickelten Ökoflächenkonzeptes mitgearbeitet hat, in Zukunft mehr gemeinsame Projekte der Fachleute beider Gruppierungen geben wird.

Ansprechpartner beim Landesverband sind neben dem Vorsitzenden Friedrich Wilhelm Brinkmann aus Versmold die Obleute für Umwelt- und Naturschutz Ulrike und Gregor Rohlmann aus Lüdenscheid.

Weitere Informationen und aktuelle Termine werden regelmäßig auf der Homepage des Landesverbandes unter www.imkerverband-westfalen-lippe.de zu finden sein – hier insbesondere im Fachbereich Umwelt-und Naturschutz und auf der Homepage des Netzwerk Imker für gentechnikfreie Regionen .

Flyer

Ansprechpartner:
Ulrike und Gregor Rohlmann , Tel. 02351-12804, Email:


Mellifera e.V.