Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Regionalgruppe Netzwerk Blühende Landschaft Lüneburg

Honigbienen und Wildbienen brauchen unsere Hilfe!
Denn ihre Nahrungsquellen und Lebensräume gehen verloren:
• durch Monokulturen
• durch den Einsatz von Pestiziden
• durch Flächenversiegelung

Wir können ihnen helfen, indem wir ihre Lebensräume erhalten und neue schaffen:
• durch die Anlage von Streuobstwiesen
• durch landwirtschaftliche Blühstreifen
• durch blühende Vielfalt in Gärten und Parks und…
Blumenwiesen mit Wildstauden als Nahrungspflanzen

Viele verschiedene Pollen für unsere Insekten Foto: E. Parnitzke

Die „Bienenwiese Harmstorfer Weg“ ist im Mai 2014 durch eine Dorf-Initiative von freiwilligen Naturschützern entstanden. Die Kerngruppe besteht aus zwei Initiatoren, einem Landwirt und einem Kreis von vier Helfern. Die Initiative arbeitet mit der Kreisgruppe Lüneburg des NABU und ihrem 1. Vorsitzenden, einem Experten für Wildbienen, zusammen. Aus der Initiative "Bienenwiese Harmstorfer Weg" ist die Regionalgruppe Netzwerk Blühende Landschaft Lüneburg hervorgegangen.

Wer sich der Gruppe anschließen möchte oder Fragen dazu hat, kann sich bei Eberhard Parnitzke Mail: Telefon: 05851-7848 melden. Aktuelle Informationen zu der Gruppe finden Sie unter www.bienenwiese-harmstorferweg.de

Der Ort:

Die „Bienenwiese Harmstorfer Weg“ in der Samtgemeinde Dahlenburg, Landkreis Lüneburg, ist ein Ort, an dem Blüten besuchende Insekten Nahrung und Unterschlupf finden.
Den 1000 Quadratmeter umfassenden Streifen Ackerland neben einer jungen Streuobstwiese hat der Landwirt Ulrich Meyer aus Harmstorf zur Verfügung gestellt. Der Boden dort muss nach den Richtlinien des „Bioland“-Verbands bewirtschaftet werden. Auf dem Gelände der Streuobstwiese haben Mitglieder der Kreisgruppe Lüneburg des NABU Nisthilfen für Wildbienen eingerichtet. Ein Imker hat am Ackerrand drei Bienenstöcke aufgestellt.

Unsere Ziele:

  • Ein Biotop für Honigbienen, Wildbienen und andere Blüten besuchende Insekten:
    Auf der „Bienenwiese“ soll sich eine möglichst große Anzahl verschiedener
    Blüh- und Heilpflanzen dauerhaft ansiedeln und den Bienen und anderen
    Blüten besuchenden Insekten bis in den Herbst hinein Nahrung bieten.
  • Ein Ort zum Lernen:
    Für alle, die etwas über das Verhalten verschiedener Bienenarten wissen und ihre Nahrungspflanzen kennenlernen wollen, zum Beispiel weil sie ihren Hausgarten oder eine öffentliche Grünzone als Biotop für Blüten besuchende Insekten planen, außerdem für Schulklassen und andere Kinder- und Jugendgruppen.
  • Ein Ort zum Erkunden:
    Wie sich die Pflanzen auf der „Bienenwiese“ langfristig verhalten und welche Insekten oder anderen Tiere hier einen Lebensraum finden, können alle Interessierten vor Ort erkunden.
  • Ein Ort zum Mitmachen:
    Für die Anlage und Entwicklung der „Bienenwiese“ werden Aktionen für Schulklassen oder andere Kinder- und Jugendgruppen angeboten. Für die Pflege sind viele Helfer willkommen.
    Begleitende Aktionen für Wildbienen, Vögel und nützliche Kleinsäuger auf dem Acker werden von Mitarbeitern des NABU durchgeführt.

Unsere Maßnahmen und Aktionen:

Bodenbearbeitung:
Der Landwirt bei der pfluglosen Bodenbearbeitung - die Grassoden werden abgetragen Foto: E. Parnitzke

29. April 2014: Die erste große Hürde ist geschafft, 1000 Quadratmeter Bienenwiesenstreifen sind von den Grassoden gesäubert, die der Kultivator zuvor gelockert hatte. Die Maschine unterfährt mit ihren Scharen die Wurzeln, nimmt die Soden auf und schüttelt die Erde beim Durchlaufen auf einem Sieb aus. Diese Art der Bodenbearbeitung erhält die natürlichen Horizonte des Oberbodens und belässt die Bodenlebewesen in ihrem angestammten Lebensraum.

Der Boden der „Bienenwiese“ ist etwas besser als sonst auf unserem eiszeitlich geprägten Geest-Rücken, relativ lehmig, schwerer zu bearbeiten, dafür aber sehr fruchtbar.
Nach einer Bearbeitung mit dem Grubber, dem angehängten Packer und einem Krümler in der Fronthydraulik ist das Resultat ein ganz lockerer Boden, in den die Pflanzlöcher mit der bloßen Hand gemacht werden können. Anschließend wird die Fläche ganz ebenmäßig gerecht.

Anlagekonzept:
Unser Anlagekonzept einer dauerhaften Blumenwiese mit Nahrungspflanzen für Bienen – kurz „Bienenwiese“ genannt – gestaltet sich folgendermaßen: Die meisten Pflanzen werden im Gewächshaus vorgezogen. Um Probleme mit Unkräutern und üppig wuchernden Gräsern zu vermeiden, haben wir uns entschieden unsere „Bienenwiese“ in Abschnitte einzuteilen. Pro Abschnitt werden nur wenige verschiedene Pflanzenarten in Reihen gepflanzt und einige direkt ins Freiland gesät. So können wir mit Hilfe einer Radhacke das Unkraut jederzeit kontrollieren. In den Folgejahren können sich die angepflanzten Wildstauden dann von selbst ausbreiten. Wir haben Moschusmalven, Sonnenblumen, Herzgespann, Wiesenmargeriten, Buchweizen u.a. herangezogen. Außerdem haben wir mit Spannung beobachtet, welche angestammten Wildpflanzen der freigelegte Boden hervorgebracht hat: Ackerhellerkraut, Hundskamille, Gänsediestel, verschiedene Ehrenpreisarten, Ackerstiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Johanniskraut, Löwenzahn, Habichtskraut, um nur einige zu nennen. In einem weiteren Teil des Bienenwiesenstreifens sind verschiedene einjährige Gründüngungspflanzen breitwürfig ausgesät worden.
Für das Anbaukonzept der „Bienenwiese“ und die Entwicklung ist mit Eberhard Parnitzke ein erfahrener Gärtner zuständig.



Pflanz- und Aussaat-Aktion mit Grundschülern:

Fünf Grundschulklassen als fleißige Helfer Foto: E. Parnitzke

Anfang Mai treffen die ersten Helfer ein. An drei Tagen nacheinander kommen drei zweite Klassen der Fürstenwall-Schule in Dahlenburg zum Pflanzen und Säen auf 120 Quadratmetern. Nebenbei erfahren die SchülerInnen viel Interessantes über das Leben der Wildbienen von Thomas Mitschke vom NABU, der ihnen die Funktion eines Baum-Hotels erklärt. Mit dem Aufschichten von Totholzhaufen und einem Feldsteinhügel entstehen außerdem wertvolle Nisthilfen für Wildbienen und kleine Feldbewohner. Mitte Mai kommen zwei dritte Klassen von der Grundschule Barskamp. So wird die Blumenwiese um weitere 80 Quadratmeter vergrößert. An diesem Tag gibt es einen spannenden Vortrag über die Honigbienen von einem Imker und echte Bienenwaben zum Kosten.

Presse-Berichte über die Aktionstage mit den Grundschülern:
* Landeszeitung für die Lüneburger Heide: 27.05.2014 www.landeszeitung.de
* Bleckeder Zeitung: 05.06.2014 www.bleckederzeitung.de
* Elbe-Göhrde-Magazin Nr.74, Juli 2014 www.elbe-goehrde-magazin.de

...mit Hingabe bei der Arbeit Foto: E. Parnitzke

Präsentation:
Am 18. Mai stellt sich die Initiative im Rahmen des Walmsburger Dorffestes auf dem Gelände des „Funcken-Hofes“ vor, einem „Arche-Hof“ im „Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue“, der sich um den Erhalt und die besondere Haltung alter Tierrassen kümmert. Gegen eine Spende für die „Bienenwiese Harmstorfer Weg“ werden „Bienenpflanzen“ angeboten.
Am 25. Mai ist die Initiative auf dem Gründungsfest des „Dorfvereins Barskamp e.V.“ präsent. Auch hier locken die Wildstauden für Bienen viele Gartenfreunde an.

Pflegemaßnahmen:
Was viele fleißige Hände gepflanzt haben, blieb nicht immer von der Natur unverschont. Nach ein paar heftigen Starkregengüssen fielen die Nacktschnecken scharenweise über die jungen Pflänzchen her. Mit einem Schutzwall aus Mehlkleie haben wir einen Teil der gefräßigen Tiere zurückhalten können. Aber es musste einiges neu ausgesät und nachgepflanzt werden.
Nachdem die kleine Schafherde auf der benachbarten Streuobstwiese ausgebrochen war, wurden diverse Pflanzen gefressen und von den Hufen zertreten.
Zwischen den Reihen hatten sich nach zwei Monaten verschiedene Unkräuter und nachwachsen Gräser ausgebreitet und mussten mit der Radhacke entfernt werden. An den Rändern wurde mit der Sense gemäht. Für alle Arbeiten haben sich insgesamt vier freiwillige Helfer eingesetzt.

Info-Nachmittag:

Info-Nachmittag Mitte September 2014 Foto: T. Mitschke Nabu Lüneburg

19. September 2014: Über vierzig Gäste waren der Einladung der Initiative „Bienenwiese Harmstorfer Weg“ an alle Helfer und Förderer des Projekts gefolgt und zum Glück spielte das Wetter mit. Auch wenn die Hauptblütezeit schon vorbei war: in den sorgfältig gehackten Reihen stand immer noch eine reiche Vielfalt an „Insektenfutter“. Für die Anschaffung der Radhacke hatte es von der Barskamper Firma Horst Witte Gerätebau einen kräftigen Zuschuss gegeben und die Initiatoren freuten sich, den Seniorchef persönlich begrüßen zu dürfen. Der Samtgemeindebürgermeister von Dahlenburg, Christoph Maltzan, konnte sich davon überzeugen, wie gut das aus der Gemeindekasse gestiftete Saatgut aufgegangen war und Thomas Mitschke, der 1. Vorsitzende der Lüneburger Kreisgruppe des NABU, konnte sehen, dass die Kosten für eine gründliche Bodenbearbeitung, die der Verein getragen hatte, gut angelegt waren. Als Kooperationspartner war die Kreisgruppe mit einem NABU-Stand vor Ort.
Über die Entwicklung der „Bienenwiese Harmstorfer Weg“ gab Eberhard Parnitzke, Initiator und Gärtner, den Besuchern einen kurzen Bericht, auch über die unerlässlichen Pflegemaßnahmen mit freiwilligen Helfern, damit die besonderen Wildstauden und Wildkräuter sich dauerhaft dort ansiedeln und vermehren können.
Am Rand der Bienenwiese gab es zwei Aktionen:
Frau Carstensen von der AWO Dahlenburg pflanzte mit ein paar Kindern Krokuszwiebeln, damit schon ab Anfang März die ersten Hummeln und Bienen Nektar und Pollen für sich und ihre Brut einsammeln können. Und angeführt von Thomas Mitschke wurde eine imposante Mauer aus Feldsteinen aufgeschichtet, um für Reptilien, nützliche Feldbewohner und einige Wildbienenarten ein Quartier einzurichten. Schon im vorigen Jahr hatten Mitglieder des NABU rund um die benachbarte Streuobstwiese Nisthilfen für Wildbienen, Steinkauz und Eule angebracht.

Und so geht es weiter:
Schafgarbe, Wiesenmargeriten, Breit- und Spitzwegerich, spät gepflanzt, blühten im September noch, die Graukresse und das Ackerhellerkraut blühten ein zweites Mal. Einige Zweijährige und Stauden wie der große Alant, Vergissmeinnicht und der Muskatellersalbei werden sich erst nächstes Jahr mit Blüten schmücken. Ob der Sonnenhut und die koreanische Minze, beides ausgezeichnete Insektenpflanzen, wiederkommen, wird davon abhängen wie kalt der Winter wird.
Wichtig ist die Samenernte: Von den Moschusmalven gibt es drei Farbvariationen, Echte Kamille, Färberkamille, Kornblumen und verschiedene Leimkräuter haben reichlich Samen angesetzt, Phacelia, Lein, Seradella und Ölrettich ebenfalls. Es werden aber nur die Blütenköpfchen genommen, die Stängel bleiben als Schutzzone für kleine Säugetiere und Vögel bis zum nächsten Frühjahr stehen. Ob bestimmte Wildbienenarten in einigen Hohlstängeln Brutzellen angelegt haben, bleibt abzuwarten.

So wuchs und gedieh es 2015
Im Bericht von Herrn Parnitzke können Sie die Fortentwicklung und Aktivitäten in 2015 nachlesen. Viel Vergnügen und gute Anregungen!

Kontakt:

Mail:
Telefon: 05851-7848

Unser Kooperationspartner ist erreichbar unter
www.nabu-lueneburg.de ;


Fotogalerie Regionale Initiative Netzwerk Blühende Landschaft Lüneburg

Pflanzenanzucht im Gewächshaus Foto: E. Parnitzke
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Ohne intensives Hacken wäre auf dem Stück alles voller Gras.  Foto: E. Parnitzke
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Interessante Spontanvegetation wird erhalten Foto: E. Parnitzke
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Dekorative Fruchtstände des Ackerhellerkrauts zwischen dem Sonnenhut Foto: E. Parnitzke
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Die Sonnenblumen sieht man von weit her Foto: E. Parnitzke
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Der Gärtner bei der ersten Samenernte Foto: E. Parnitzke
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Heilpflanzen wie die Moschusmalve...
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...oder die Calendula sind für Bienen besonders wichtig Foto: E. Parnitzke
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Wildbienen stellen sich auch ein.   Foto: E.Parnitzke
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Bei Dorffesten wird die Spendenkasse aufgefrischt Foto: E. Parnitzke
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Phacelia, Lein und Ölrettich Foto: E. Parnitzke
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Infonachmittag Mitte September 2014 Foto: T. Mitschke
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