Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Netzwerk Blühender Bodensee / Blühendes Bodenseeland

INTERREG-Projekt „Blühendes Bodenseeland“


Seit Herbst 2015 koordiniert die Bodensee-Stiftung das grenzüberschreitende Projekt „Blühendes Bodenseeland“ in der internationalen Bodenseeregion. Mit dem Projekt „Blühendes Bodenseeland“ wollen die Projektpartner aus Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweiz mehr Lebensräume und ein größeres Nahrungsangebot für bestäubende Insekten schaffen.

Durch Information, Motivation und praktische Anleitung für die Zielgruppen Kommunen, Landwirtschaft, Schulen und Naturpädagogen, Planer/Architekten/Bauträger, Imker- und Naturschutzorganisationen sowie die breite Öffentlichkeit sollen künftig kommunale, landwirtschaftliche und private Flächen insektenfreundlicher bewirtschaftet und vielfältiger gestaltet werden. So werden nicht nur Insekten gefördert sondern eine artenreichere Landschaft etabliert und Habitate und Ökosysteme insgesamt gestärkt.

Die Projektpartner arbeiten noch bis Ende 2018 in diesen Projektmodulen:

  • Kommunen – Fit für Vielfalt
  • Kommunen – natürlich bunt und artenreich!
  • Botschafter für ein blühendes Bodenseeland
  • Schulen blühen auf
  • Naturvielfalt bauen!
  • Jeder Region ihre eigene Wiese (AG Saat- und Pflanzgut)
  • Bauernbienen – mehr Bienen auf Bauernhöfen
  • Grünland, Milch und Honig

Aktuelle Informationen und mehr Details zu den Projektmodulen unter http://www.bluehendes-bodenseeland.org . Dort steht auch die Projektbroschüre zum Download bereit.

Das Projekt wird finanziell unterstützt durch das INTERREG V-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, den Landkreis Bodenseekreis und die Stadt Friedrichshafen.





Es blüht wieder was im Bodenseeland!

Netzwerk Blühender Bodensee, Logo
Die Bodensee-Stiftung startete im Frühjahr 2009 das „Netzwerk Blühender Bodensee“. „Unser Ziel ist, dass dauerhaft spürbar mehr Blühflächen und Lebensräume für Blüten besuchende Insekten in der Bodenseeregion entstehen. Dazu wollen wir möglichst viele unterschiedliche Akteure zum Mitmachen motivieren“, so Projektleiter Patrick Trötschler von der Bodensee-Stiftung.

Die Regionalmarke „Gutes vom See“ hat bei der Naturschutzauktion ein Ackerwildkräuterreservat ersteigert. Foto: Bodensee-Stiftung

Das Netzwerk Blühender Bodensee steht für eine arten- und blütenreiche Bodenseelandschaft. Ziele des Projekts sind die Gewinnung, Information, Weiterbildung und Beratung von Akteuren, die sich gemeinsam mit dem Naturschutz aktiv auf ihren Flächen für eine bienen- und insektenfreundliche Bewirtschaftung und Pflege einsetzen. Mittlerweile zählt das Netzwerk 45 Mitglieder (Landkreise, Städte und Gemeinden, Landwirte, Erzeugergemeinschaften und Regionalmarken, Imker, Unternehmen und Naturschutzgruppen). Insektenfreundliche Maßnahmen auf über 230 Hektar sind eine positive Zwischenbilanz nach fünf Jahren.

Gefördert wurde das Projekt u.a. von PLENUM Westlicher Bodensee, dem Landkreis Bodenseekreis, der Sparkasse Singen-Radolfzell, der Heidehof-Stiftung und vom Global Nature Fund.

Exkursion zu den über 20 Jahre alten artenreichen Blumenwiesen mit Dr. Dittrich Syringa Foto: Bodensee Stiftung

Im Rahmen des Projekts organisiert die Bodensee-Stiftung Netzwerktreffen, Fachveranstaltungen, Workshops und Exkursionen, um das Wissen und die Motivation der regionalen Akteure für eine arten- und blütenreiche Bodenseelandschaft zu erhöhen. Wichtig ist auch die intensive Öffentlichkeitsarbeit. Neben der informativen Projektbroschüre und der Website www.bluehender-bodensee.net ist seit Sommer 2010 eine schöne Wanderausstellung auf Tour in der Bodenseeregion. Seit Winter 2011 gibt es eine attraktive Broschüre mit guten Beispielen aus der Bodenseeregion, die inzwischen nur noch als pdf vorliegt..

Seit dem Frühjahr 2011 wird zudem für Gartenbesitzer ein praktischer Spickzettel für einen bunten Daumen verteilt. Die 2. Auflage wurde gemeinsam mit dem Netzwerk Blühendes Vorarlberg erstellt.

Foto: Bodensee-Stiftung

Seit 2010 arbeitet die Bodensee-Stiftung mit der REWE Group und der Obst vom Bodensee Vetriebsgesellschaft zusammen. Die Obstbauern haben sich zu tatkräftigen Partnern im Netzwerk Blühender Bodensee entwickelt. In der Pilotphase legten elf Betriebe Blühflächen an, pflanzten Hecken und stellten Nisthilfen für die stark gefährdeten Wildbienen auf. Seit Herbst 2010 kennzeichnet die REWE Group die Bodensee-Äpfel mit dem unternehmenseigenen PRO PLANET-Label. Dieses Zeichen wird an Produkte vergeben, die in ihrer Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung Umwelt und Mensch deutlich weniger belasten als herkömmliche Produkte, wie hier zum Beispiel den Biodiversitätsschutz. Jedes Jahr nehmen am Bodensee und in der Region Neckar-Hohenlohe zwischen 120 und 150 Obstbauern freiwillig am Projekt teil und sorgen so für einen Bestand an ein- und mehrjährigen Blühflächen von jährlich 30-40 Hektar. Dazu kommen von viele weitere kleinräumige ökologische Strukturmaßnahmen und hunderte Nisthilfen für Wildbienen, Singvögel und Fledermäuse. Mittlerweile nehmen zahlreiche weitere Obstanabaugebiete in Deutschland und Österreich in Zusammenarbeit mit NABU Deutschland und Birdlife Austria an der PRO PLANET Inititative teil. www.proplanet-label.com

Saatgutmischung Blühende Landschaft im 4. Standjahr Foto: Katja Röser /MaBo

2013 wurde am Bodensee die zweite Phase des Wildbienen-Monitorings durchgeführt: Insgesamt wurden bei Stichproben an 9 Blühflächen 84 verschiedene Wildbienen-Arten festgestellt. An den Einzelflächen wurden bis zu 38 verschiedene Wildbienen-Arten angetroffen. Dies sind wesentlich mehr Arten als bei der Erstuntersuchung im Jahr 2010. Bei Stichproben an 12 Nisthilfen wurden insgesamt 30 verschiedene Arten festgestellt. An den einzelnen Nisthilfen schwankte die Artenzahl zwischen 3 und 11 Arten. Mit zunehmenden Aufstellungsalter der Nisthilfen nimmt die Artenzahl leicht zu. Unter den beobachteten Wildbienen waren 4 landesweit im Bestand gefährdete Arten (Auwald-Blattschneiderbiene, Schöterich-Mauerbiene, Faltenwespe, Schmalbiene) sowie 8 Arten der Vorwarnliste.FAZIT: Insgesamt sind die Maßnahmen der Obstbauern gut geeignet, lokal vorhandene und sehr mobile Arten zu fördern und deren Bestände zu stärken.

Künstlerisch gestaltete Wildbienennisthilfe im Insektengarten der Insel Mainau Foto: Bodenseestiftung

Weiterhin begleitete die Bodensee-Stiftung die Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Insektengartens auf der Insel Mainau. Im Sommer 2012 konnte der Insektengarten eröffnet werden. Neben künstlerisch gestalteten Baumstämmen bieten auch verschiedene Mauern Nistmöglichkeiten für Wildbienen. In einem ausgehöhlten Baumstamm kann man das darin lebende Bienenvolk gefahrlos sehen, hören und riechen.

Kontakt:
Bodensee-Stiftung
Patrick Trötschler
Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell
+49 - (0)7732 – 9995-41,

www.bodensee-stiftung.org


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