Bienen, Hummeln, Schmetterlinge & Co.

Über die Vielfalt unserer Blütenbesucher

Die Vielfalt der bestäubenden Insekten in Mitteleuropa ist wahnsinnig groß: zum einen haben wir viele verschiedene Familien und Gattungen, zum anderen aber auch einen großen Reichtum an Formen, Farben und Lebensweisen. Zu den Blütenbesuchern gehören natürlich die Honigbiene und ihre Verwandten, die Hummeln und die anderen Wildbienen. Jeder kennt die bunt gaukelnden Schmetterlinge, womit meistens die Tagfalter gemeint sind. Aber auch die Nachtfalter und viele andere Insekten besuchen Blüten. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Schwebfliegen und andere Fliegen, Käfer und sogar Wespen und Hornissen Blüten besuchen, um Nektar zu tanken oder Pollen zu sammeln.

Wir möchten hier einen kleinen Überblick über einige Bestäuber geben, deren Schutz und Förderung uns so sehr am Herzen liegt. Wir können dabei niemals vollständig sein, arbeiten aber ständig an einer Erweiterung der Insektenportraits.

Lassen Sie sich begeistern von der Vielfalt der Insekten vor unserer Haustüre und lassen Sie sich informieren, was wir für deren Schutz und Förderung unternehmen können!

Honigbienen

Die Galionsfigur bestäubender Insekten

Wenn es um Insekten geht, denken die allermeisten sofort an die westliche Honigbiene (Apis mellifera). So wie der Eisbär das Symbol des Klimawandels ist, so ist die Honigbiene das Symbol der Biodiversität geworden. Sie ist nur ein Vertreter der großen Familie der Bienen, sticht aber dennoch heraus. Denn sie ist ein jahrtausendealter Begleiter der Menschheit und Quelle von Nahrung und Heilung. Sie bildet aber auch als einzige unserer bestäubenden Insekten riesige Staaten und besticht durch ihre Effizienz. Leider gibt es in Europa quasi keine frei lebenden Bienenvölker mehr – die Honigbiene lebt nur noch in der Obhut des Menschen. Die Imker kümmern sich um das Wohlergehen ihrer Bienenvölker. Dennoch sind auch Honigbienen auf ein reichhaltiges Nektarangebot für den Honigertrag sowie auf ein reiches Pollenangebot für die gesunde Entwicklung starker und widerstandfähiger Völker.

Wildbienen

Maja’s wilde Schwestern

In Deutschland gibt es ca. 560 Bienenarten (die Zahlen variieren unter Experten und Veröffentlichungen etwas). Zu Ihnen gehören die Honigbienen ebenso wie die Hummeln. Die allermeisten unserer Wildbienenarten leben jedoch solitär, sprich nicht in Staaten. Diese bezeichnen wir hier wie allgemeinen Sprachgebrauch als “Wildbienen”. Es gibt viele verschiedene Gruppen, die sehr viele verschiedene Lebensstile entwickelt haben. Es gibt Generalisten, die quasi jede Blüte ansteuern und es gibt Spezialisten, die zum Überleben genau eine Pflanzenart brauchen. Diese Vielfalt an Wildbienen unterstützen wir am besten, indem wir in der gesamten Landschaft eine große Vielfalt an Blüten und Strukturen bieten. Die Bienen suchen sich dann automatisch ihre bevorzugten Blüten in der der sie passenden Jahres- und Tageszeit. Wir stellen hier ein paar Wildbienenarten dar, um einen Eindruck von dieser Biodiversität vor unserer Haustür zu vermitteln.

Hummeln

Die dicken Brummer

Hummeln gehören streng genommen auch zu den Wildbienen. Weil sie sich aber so deutlich abheben und gemeinhin als Hummeln erkannt werden, stellen wir sie hier gesondert dar. Hummeln leben in unterschiedlich großen Staaten, die aber immer viel kleiner sind als die von Honigbienen. Nur die Königin überwintert und bildet im nächsten Frühjahr einen neuen Staat. Hummeln zeichnen sich nicht nur durch ihr Brummen aus. Sie sind auch ausgesprochene Frühaufsteher. Viele fliegen schon im zeitigen Frühling aus und auch m Tagesverlauf starten sie im Frühtau, wenn es z.B. den Honigbienen noch zu kühl ist. Sie können so auch die Pflanzen bestäuben, die früh aufblühen.

Schmetterlinge

Die Gaukler auf den Blumenwiesen

Schmetterlinge kennt jedes Kind und jeder liebt sie. Die bunten Tagfalter fliegen gaukelnd von Blüte zu Blüte und trinken mit ihren Rüsseln Nektar aus engen Blüten. Zugegebenermaßen gibt es bei uns weniger Schmetterlingsarten als Wildbienenarten, aber natürlich sind sie genauso wichtig. Sie bestäuben ihr eigenes Spektrum an Blütenpflanzen und ihre Raupen spielen auch eine wichtige Rolle in der Ernährung von Vögeln. Viele Schmetterlinge sind auch stark auf einzelen Pflanzenarten spezialisiert, manche sogar doppelt: Die Falter brauchen eine spezielle Pflanze, um Nektar zu tanken und die Raupen brauchen ihre bevorzugten Fraßpflanzen als Futterquelle. Das macht Schmetterlinge natürlich doppelt anfällig: kommt eine von beiden Pflanzenarten nicht vor, dann kann die Schmetterlingsart ihren Lebenszyklus nicht vollenden. Wir fördern sie am besten ebenfalls über eine möglichst stukturreiche Landschaft mit reichem Blühpflanzenangebot.

Übrigens gibt es deutlich mehr Nachtfalterarten als Tagfalter, allerdings wissen wir über ihren Lebenswandel sehr wenig. Aber es gibt ein Kuriosum: Manche Nachtfalterarten fliegen tagsüber!