Hummeln helfen

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Hummelfreundlich gärtnern – wie Gärten zu wichtigen Lebensräumen werden

Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäuberinnen in unserer Landschaft. Sie fliegen bereits früh im Jahr, sind auch bei kühleren Temperaturen unterwegs und bestäuben zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Doch viele Hummelarten finden immer seltener geeignete Lebensräume und ausreichend Nahrung. Dabei kann schon ein kleiner Garten, ein Balkon oder ein blühender Vorgarten einen wichtigen Beitrag leisten.

Wer Hummeln helfen möchte, muss keinen perfekten Naturgarten anlegen. Oft sind es schon kleine Veränderungen, die große Wirkung entfalten.

Was Hummeln brauchen

Hummeln benötigen vor allem zwei Dinge: Nahrung und Nistmöglichkeiten. Besonders wichtig ist ein möglichst durchgängiges Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein. Denn Hummelköniginnen sind oft schon ab Februar oder März unterwegs und suchen nach den ersten Blüten, um genug Energie für die Nestgründung zu sammeln.

Im Sommer brauchen die Hummelvölker dann große Mengen an Nektar und Pollen, um Arbeiterinnen und Nachwuchs zu versorgen. Fehlen geeignete Blütenpflanzen, geraten die Tiere schnell unter Stress.

Neben Nahrung benötigen Hummeln geschützte Nistplätze. Viele Arten nisten im Boden, häufig in verlassenen Mäusegängen, unter Grasbüscheln oder in kleinen Hohlräumen. Ein naturnaher Garten mit unaufgeräumten Ecken, Altgras, Totholz oder Laubhaufen bietet daher wertvolle Rückzugsorte.

Geeignete Hummelpflanzen für Garten und Balkon

Besonders attraktiv sind Pflanzen mit vielen nektar- und pollenreichen Blüten. Heimische Arten spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie optimal an unsere heimischen Insekten angepasst sind.

Zu den wichtigsten Frühblühern gehören:

  • Salweide
  • Kornelkirsche
  • Lungenkraut
  • Krokus
  • Traubenhyazinthe
  • Obstbäume wie Apfel oder Kirsche
  • Taubnesseln

Im Frühjahr und Sommer bieten unter anderem folgende Pflanzen reichlich Nahrung:

  • Wiesensalbei
  • Natternkopf
  • Wicken
  • Rotklee
  • Dost (Wilder Majoran)
  • Borretsch
  • Lavendel
  • Katzenminze
  • Thymian
  • Schnittlauch
  • Malven

Auch spätblühende Pflanzen sind wichtig, damit junge Königinnen vor dem Winter genügend Energiereserven anlegen können. Dazu eignen sich beispielsweise:

  • Bergaster
  • Fetthenne
  • Efeu
  • Blutweidereich

Wer wenig Platz hat, kann viele dieser Pflanzen auch in Balkonkästen oder Töpfen kultivieren. Selbst kleine Blühflächen helfen, wenn viele Menschen mitmachen.

Weniger Ordnung, mehr Vielfalt

Ein aufgeräumter Garten ist aus menschlicher Sicht oft attraktiv – für Hummeln dagegen meist wenig hilfreich. Kurz geschnittener Rasen, versiegelte Flächen oder sterile Kiesgärten bieten kaum Nahrung oder Lebensräume.

Naturnahe Bereiche mit unterschiedlichen Pflanzenhöhen, wilden Ecken und blühenden Stauden schaffen dagegen Struktur und Vielfalt. Besonders wertvoll sind Bereiche, die nicht ständig bearbeitet oder gemäht werden.

Ebenso wichtig ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Viele Insektizide schädigen nicht nur Schädlinge, sondern auch Bestäuberinnen wie Hummeln und andere Wildbienen.

Viele kleine Flächen ergeben ein großes Netzwerk

Für Hummeln zählt nicht nur die Größe einzelner Flächen. Entscheidend ist, dass viele kleine und große Lebensräume miteinander verbunden sind. Balkone, Vorgärten, Blühstreifen, Wegränder und naturnahe Gärten bilden gemeinsam ein Netzwerk, durch das Hummeln Nahrung und Nistmöglichkeiten finden können.

Je vielfältiger unsere Landschaften gestaltet sind, desto besser sind die Bedingungen für Hummeln – und damit auch für zahlreiche andere Insekten, Pflanzen und letztlich für uns alle.

Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/hummeln-helfen