Hummeln im Fokus unseres BienenBlütenReich-Projekts

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10 Jahre BienenBlütenReich – und jetzt rücken die Hummeln in den Fokus

Seit zehn Jahren setzt sich das Projekt BienenBlütenReich (BBR) für mehr blühende Landschaften und den Schutz bestäubender Insekten ein. In dieser Zeit ist viel entstanden: neue Lebensräume, mehr Aufmerksamkeit für Biodiversität und ein wachsendes Netzwerk engagierter Menschen, die sich für eine vielfältige Kulturlandschaft einsetzen. Dieses Jubiläum ist für uns nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern auch ein Moment, den Blick gezielt nach vorne zu richten.

Dabei haben wir uns bewusst entschieden, künftig die Hummeln stärker in den Fokus zu rücken. Sie stehen in vielerlei Hinsicht zwischen Wild- und Honigbienen – sowohl biologisch als auch in ihrer Rolle für unsere Ökosysteme. Hummeln leben primitiv eusozial: Sie bilden Staaten ähnlich wie Honigbienen, beginnen ihr Jahr jedoch mit einer einzelnen Königin, die ihr Nest allein gründet. Anders als Honigbienen überdauert ihr Volk nicht den Winter – nur die jungen Königinnen überleben und starten im nächsten Jahr neu. Diese besondere Lebensweise macht Hummeln zu faszinierenden Botschafterinnen für die Vielfalt innerhalb der Bestäuberwelt.

Warum Hummeln für unsere Landschaften so wichtig sind

Hummeln sind weit mehr als nur sympathische Gartenbesucherinnen. Sie sind hoch effiziente Bestäuberinnen und spielen eine zentrale Rolle für die Stabilität unserer Ökosysteme sowie für die Sicherung von Erträgen in Landwirtschaft und Gartenbau. Ein Blick auf sie zeigt, wie eng Artenvielfalt, blühende Landschaften und unser Alltag miteinander verknüpft sind.

Ein erheblicher Teil unserer Nahrung hängt direkt oder indirekt von Insektenbestäubung ab – rund 88 % der Blütenpflanzen sind darauf angewiesen. Hummeln leisten hierbei einen besonders wichtigen Beitrag. Sie bestäuben zahlreiche Kulturpflanzen, darunter Obst wie Äpfel, Birnen und Kirschen, Beeren wie Heidelbeeren sowie Gemüsearten wie Tomaten oder Paprika. Besonders bei Pflanzen, deren Pollen fest in den Blüten sitzt – etwa Tomaten oder Auberginen – sind Hummeln nahezu unersetzlich. Durch sogenannte Vibrationsbestäubung versetzen sie die Blüten in Schwingung und lösen den Pollen besonders effizient.

Auch in der Landwirtschaft sind sie von großer Bedeutung: Pflanzen wie Ackerbohnen, Erbsen, Wicken oder Rotklee profitieren stark von ihrer Aktivität. Gleichzeitig sichern Hummeln die Fortpflanzung vieler Wildpflanzen – insbesondere solcher mit tiefen Blüten, die andere Insekten kaum erreichen.

Ihre Leistungsfähigkeit ist bemerkenswert. Hummeln können bei niedrigeren Temperaturen fliegen als viele andere Bestäuberinnen und sind oft schon früh im Jahr aktiv, wenn das Blütenangebot gerade erst beginnt. Ihr dichter Pelz hilft ihnen, Wärme zu speichern, und macht sie unabhängig von wechselhaftem Wetter. Als kräftige Fliegerinnen sind sie zudem auch bei Wind unterwegs. Durch ihre kompakte Körperform und die dichte Behaarung nehmen sie besonders viel Pollen auf und übertragen ihn effektiv von Blüte zu Blüte. Pro Zeiteinheit besuchen sie häufig mehr Blüten als Honigbienen und sorgen für eine zuverlässige Bestäubung auch unter weniger günstigen Bedingungen.

Vielfalt innerhalb der Hummeln

In Deutschland gibt es zahlreiche Hummelarten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen an Lebensraum und Nahrung. Einige Arten sind häufig und vielen Menschen vertraut, andere sind deutlich seltener geworden oder bereits gefährdet. Diese Unterschiede zeigen, wie sensibel das Gleichgewicht unserer Landschaften ist.

Im Rahmen unserer Kampagne stellen wir sechs ausgewählte „Kampagnenhummeln“ vor, die exemplarisch für diese Vielfalt stehen: die Erdhummel, die Ackerhummel, die Steinhummel, die Wiesenhummel, die Gartenhummel und die Baumhummel. Sie machen die Vielfalt der Hummeln sichtbar und stehen stellvertretend für unterschiedliche Lebensweisen und ökologische Bedürfnisse.

Blühende Landschaften – ein Netz aus Lebensräumen

Für Hummeln – und viele andere Insekten – ist nicht nur die Größe einzelner Flächen entscheidend. Schon kleine blühende Bereiche können wertvolle Nahrung bieten. Balkone, Vorgärten, Wegränder oder kleine Blühflächen leisten oft einen wichtigen Beitrag.

Entscheidend ist, dass diese Flächen miteinander verbunden sind. Erst wenn viele kleine und große Lebensräume ein funktionierendes Netz bilden, können Hummeln ausreichend Nahrung finden und sich erfolgreich fortpflanzen. Eine vielfältige Landschaft mit einem durchgehenden Blütenangebot über die gesamte Saison hinweg ist daher der Schlüssel.

Unser Blick nach vorn

Nach zehn Jahren BienenBlütenReich zeigt sich deutlich: Veränderung beginnt oft im Kleinen, entfaltet aber in der Summe eine große Wirkung. Mit dem neuen Fokus auf Hummeln möchten wir diese Perspektive weiter schärfen. Sie sind nicht nur faszinierende Tiere, sondern auch ein Symbol für die Bedeutung von Artenvielfalt, vernetzten Lebensräumen und gemeinsamem Engagement.

Je vielfältiger unsere Landschaften gestaltet sind, desto besser sind die Bedingungen für Hummeln – und damit auch für viele andere Insekten, Pflanzen und letztlich für uns selbst.

Mission: Blütenmillion

Im Rahmen der Kampagne Mission: Blütenmillion stellen wir Ihnen in den nächsten sechs Monaten bis zum 20. November dieses Jahres sechs verschiedenen Hummelarten vor. Ihre Lebensweise, ihre Nahrung, ihre Feinde. Mal spannend, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. Wir sind davon überzeugt, dass die Hummeln diese Aufmerksamkeit verdient haben, damit wir für sie und viele andere Bestäuber, auf die wir angewiesen sind, verstärkt Lebensraum schaffen können.

Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/hummeln-im-fokus-unseres-bienenbluetenreich-projekts