Glockenblumen Schmalbiene
Lasioglossum costulatum
Flugzeit:
Später Frühling bis Sommer
Vorkommen:
Mäßig häufig
Größe:
Blütenbesuch:
spezialisiert
Lebensraum:
Waldränder, Magerrasen, Wegränder, Bahndämme, blütenreiche Wiesen
Lebensweise:
Bodennisterin in offenen, sandigen oder lockeren Böden
Blütenvorliebe:
- ausschließlich Glockenblumengewächse werden als Pollenquelle genutzt
Die Glockenblumen-Schmalbiene wurde zur Wildbiene des Jahres 2026 gewählt. Sie steht stellvertretend für viele spezialisierte Wildbienenarten, die auf ganz bestimmte Pflanzen und Lebensräume angewiesen sind – und deren Lebensgrundlagen zunehmend verschwinden.
Die kleine, dunkel glänzende Wildbiene wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Bei genauerem Hinsehen fallen vor allem bei den Weibchen helle Haarflecken auf den Hinterleibssegmenten auf. Als Bodennisterin legt sie ihre Nester in offenen, sonnigen Bodenstellen an, etwa an Wegrändern oder auf mageren Wiesen.
Lebensweise & Ökologie
Die Glockenblumen-Schmalbiene ist oligolektisch. Das bedeutet, sie sammelt den Pollen für ihre Brut fast ausschließlich an Pflanzen aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).
Zu ihren wichtigsten Pollenpflanzen gehören:
- Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus)
- Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
- Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
- Berg-Sandglöckchen (Jasione montana)
Fehlen diese Pflanzen, kann sich die Glockenblumen-Schmalbiene nicht fortpflanzen. Ihre enge Bindung an bestimmte Wildpflanzen macht sie besonders anfällig für Veränderungen in der Landnutzung.
Warum ist sie gefährdet?
Intensive Landwirtschaft, häufige Mahd, Düngung und der Verlust von Saumstrukturen führen dazu, dass Glockenblumen und offene Bodenstellen immer seltener werden. Damit verschwinden sowohl Nahrungsquellen als auch geeignete Nistplätze.
Die Glockenblumen-Schmalbiene macht deutlich, wie stark spezialisierte Wildbienen vom Erhalt vielfältiger, strukturreicher Landschaften abhängen.
So können wir helfen – und genau dafür setzen wir uns ein
Damit Arten wie die Glockenblumen-Schmalbiene auch künftig einen Platz in unserer Landschaft haben, braucht es blütenreiche Lebensräume und geeignete Nistmöglichkeiten.
Wir setzen uns genau dafür ein, dass:
- heimische Glockenblumenarten wieder häufiger in Wiesen, Säumen und Blühflächen vorkommen
- offene, sandige oder lockere Bodenstellen als Nistplätze erhalten bleiben
- Blühflächen mehrjährig, standortgerecht und vielfältig angelegt werden
Im Netzwerk Blühende Landschaft fördern wir artenreiche Blühflächen mit heimischen Wildpflanzen, beraten Kommunen, Landwirtschaft und Unternehmen und schaffen gemeinsam Lebensräume, von denen spezialisierte Wildbienen nachhaltig profitieren.
Wissen & Beobachtung
Wer die Glockenblumen-Schmalbiene beobachten möchte, sollte im Frühsommer blühende Glockenblumen an sonnigen, offenen Standorten aufsuchen. Mit etwas Geduld lässt sich diese kleine Wildbiene beim Pollensammeln entdecken – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eng Pflanzen und Insekten miteinander verbunden sind.

Im Projekt BienenBlütenReich bin ich als Projektmanagerin für die Konzeption, Koordination und Weiterentwicklung des Projekts sowie für die fachliche und organisatorische Führung eines kleinen Projektteams verantwortlich. Mein Herz schlägt für die Wildbienen und die Verbesserung ihrer Nahrungs- und Lebensbedingungen.
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