Blühflächen in Forstwirtschaft und Wald

Blühende Wälder und Waldränder

In und um Wälder herum besteht ein großes Potenzial für Bienen, Hummeln & Co. Die Nutzung von Wäldern ist ganz anders und viel langsamer als Nutzungen in der Offenlandschaft. Natürlich ist das Wachstum unter Bäumen auch langsamer als bei voller Sonneneinstrahlung. Durch die langen Nutzungsabstände in und vor allem an Wäldern und Forsten entsteht durch Blühflächen aber in der Regel auch kein Ertragsausfall – Blühpflanzen können hier über sehr lange Zeiträume bestehen.
Wir zeigen, was man rund um Wälder für Insekten tun kann!

Im Wald treffen mehrere Interessensgruppen aufeinander. Am Ende haben alle ein Interesse an einem gesundem Wald, zu dem auch seine Bewohner und Besucher gehören. Im Idealfall tun sich Förster, Jäger, Imker und Landwirte zusammen, um auch die Wälder in blühende Paradiese zu verwandeln.

Baumauswahl

Bei Neu- und Nachpflanzungen sind die Bäume selbst schon ein wichtiger Faktor als Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten. Während Fichten in Monokulturen sehr sterile und lebensfeindliche Umgebungen darstellen, können blühende Nutzbäume wie Ahorn, Kirschen und viele andere Blütenbesucher ernähren. Durch ihre tiefen Wurzeln bilden Bäume auch dann ausreichend Nektar, wenn die oberen Bodenschichten bei Trockenheit für flachwurzelnde Kräuter kein Wasser mehr zur Verfügung stellen. 

Niederwälder

In lichten Niederwäldern kommen im Gegensatz zu alten Waldbeständen noch viele Lichtstrahlen auf den Boden und lassen so eine Vielzahl an krautigen Pflanzen wachsen. Hier finden nicht nur typische Waldinsekten Nahrung, sondern auch viele Offenlandarten profitieren vom reichen Nahrungsangebot – im Idealfall sind auch hier die Gehölze selbst Blühpflanzen.

Waldränder

Natürlicherweise grenzen an Waldränder immer halbhohe Gehölze sowie Sträucher und krautige Säume. Die Pflanzen hier sind sehr oft ergiebige Bienenweiden wie z. B. Kirschen, Wildapfel, Schlehdorn, Weißdorn und viele andere. Die Zusammensetzung aus vielen verschiedenen Gehölzen kann hier ein reiches Nektar- und Pollenangebot von Frühling bis Herbst sorgen. Die Ebenso nacheinander reifenden Früchte dieser Pflanzen dienen dann auch den hier nistenden Vögeln als Nahrung. Dem Forstwirt bieten abgestufte Waldränder zudem einen hervorragenden Windschutz für den Wirtschaftswald.

Wildäsung am Waldacker

An den Wald grenzende Acker- und Wiesenflächen gehören streng genommen nicht mehr zum Wald oder Forst sondern eher in die Landwirtschaft. Diese Standorte werden aber oft beschattet und sind deshalb im Anbau nicht so produktiv wie Freiflächen. Damit eignen sie sich diese Grenzertragsstandorte hervorragend zur Förderung der Biodiversität: Als blühende Wildäsungen angelegte Brachen dienen nicht nur als Deckung und Äsung für Niederwild wie Hase sowie Wildschwein und Reh, die Blumen ziehen auch bestäubende Insekten an. Durch die Nähe zum Wald finden hier oft auch Empfindliche Arten wertvolle Nahrungsquelle und Rückzugsort nahe beieinander.

Handlungsempfehlungen rund um den Wald

Wir stellen auf dieser Seite verschiedene mögliche Maßnahmen praxisnah und detailliert dar. Die Empfehlungen für Hecken sind auch auf Waldränder anwendbar.