Landschaft und Biodiversität

Untrennbar verbunden

Wiesenlandschaft am Kaiserstuhl. Foto: Dr. Rita Lüder
Wiesenlandschaft am Kaiserstuhl. Foto: Dr. Rita Lüder

Die Biodiversität wird weithin als Artenvielfalt verstanden. Tatsächlich hat die Biodiversität aber drei Dimensionen:

  • Artenvielfalt
  • Genetische Vielfalt
  • Vielfalt der Lebensäume

Will man die Biodiversität fördern, braucht man also vielfältige Lebensräume, die sich auch noch je nach Region unterscheiden und genetisch an die jeweiligen Bedingungen angepasste Tiere und Pflanzen beheimatet. Die Summe aller dieser Faktoren nennen wir: Landschaft. Wollen wir also die Biodiversität fördern, so müssen wir auch arten- und strukturreiche (Kultur-)Landschaften pflegen und dafür sorgen, dass sich regionale Eigenheiten bewahren bzw. weiter entwickeln. Genau das ist der Ansatz des Netzwerks Blühende Landschaft: Wir fördern eine Vielfalt an bestäubenden Insekten durch eine Vielfalt an Landschaftselementen und durch eine Vielfalt von Blütenpflanzen.

Biodiversität als Stabilitätsfaktor

Eine Faustregel in der Ökologie lautet: umso artenreicher ein Ökosystem ist, umso stabiler ist es. Wenn viele Arten in einem Habitat leben und seine Ressourcen nutzen und diese Fördern, umso weniger tragisch ist es, wenn eine Art aus irgendeinem Grund aus dem System verschwindet.

Ökosystemdienstleistungen

Wir hängen von gesunden Ökosystemen ab

Manchmal hat man den Eindruck, im Naturschutz ginge es “nur” um Emotion und Nostalgie. Aber tatsächlich sind gesunde Ökosysteme essenziell auch für unser menschliches Leben auf diesem Planeten. Die Ökosysteme liefern uns nämlich Dinge bzw. Dienstleistungen, die wir nur allzu lange als selbstverständlich angesehen haben: frische Luft, sauberes Trinkwasser, Abbau unserer Abfallstoffe, Sicherung von Berghängen usw. Nur die Ökosystemdienstleistungen in ihrer Summe haben es ermöglicht, dass die Menschheit sich so über Gebühr entwickeln konnte. Mit dem Verlust der Lebensräume, der Arten und der genetischen Vielfalt – also mit dem Biodiversitätsschwund – werden diese Ökosystemdienstleistungen aber immer geringer. Die Bodenschichten schaffen es nicht mehr, Nitrate aus dem Wasser zu entfernen, bis wir es wieder als Trinkwasser zu uns nehmen. Der Schwund der bestäubenden Insekten zieht direkt eine Reduktion der kostenloses Ökosystemdienstleistung “Bestäubung” nach sich, was sich direkt in unseren Lebensmittelernten niederschlägt. Wenn wir also die Biodiversität der Pflanzen, Insekten und Lebensräume in Form einer gesunden Landschaft erhalten tun wir nicht zuletzt uns selbst einen Gefallen.

Ökonomischer Wert von Biodiversität

Es gibt Bestrebungen, der Politik und der Wirtschaft den Schaden durch den Biodiversitätsverlust klar zu machen, indem man an Arten ein Preisschild hängt. Das ist ein interessanter Ansatz. Allerdings kann er unter Umständen dazu führen, dass betriebswirtschaftlich errechnet wird, wie viel Artenverlust wir uns leisten können.

Wir wollen die Biodiversität nicht nur wegen ihrer wichtigen Funktion, sondern auch um ihrer selbst Willen erhalten und fördern.

Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/landschaft-biodiversitaet