Wie lege ich eine Hecke an?

Hecken und Gehölze: Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch

Hecken und Kleingehölze bieten nicht nur vielen Kleintieren und Vögeln Nahrung und Lebensraum, bei der gezielten Auswahl von blühenden Sträuchern und Bäumen können sie auch eine wertvolle Nahrungsgrundlage für Blüten besuchende Insekten sein. Darüber hinaus können sie Wind- und Sichtschutz, Sonnenfalle und Schattenspender sein. Mit Obstbäumen und –sträuchern können sie sogar den Speisezettel des Besitzers bereichern. So entsteht bei gut überlegter Anlage ein Biotop für Pflanze, Tier und Mensch.

Nachhaltig funktionsfähiger Aufbau der Hecke

Für freiwachsende Blütengehölze wünscht man sich im allgemeinen einen nachhaltig funktionsfähigen Aufbau und einen geringen Pflegeaufwand. Dafür können Sie die natürliche Konkurrenz unter den Gehölzen innerhalb der Blütenhecke nutzen. Ein Teil der Gehölze wird die Jahre überdauern, ein Teil spielt eine dienende Rolle bei der Entwicklung der Pflanzung und wird nach und nach Platz für die konkurrenzstärkeren Arten machen.

Wie viel Platz braucht eine Hecke?

Die Anlage eine Hecke soll gründlich geplant werden. Zeichnen Sie dazu die Ausdehnung, die Ihre Blütenhecke oder das Blütengehölz auf dem Grundstück höchstens erreichen darf, auf ein Blatt Pa- pier. Nun ziehen Sie vom Rand der Pflanzung her überall 1m für den „Zuwachsraum“ ab. Die übrige Fläche wird in Reihen mit Pflanzabstand von 1x1m oder auch frei aufgeteilt. (Bei großen Pflanzbrei- ten auch 1,5mx1,5m). Die Breite der Pflanzfläche entspricht der Höhe des größten auszuwählenden Gehölzes für Ihre Hecke. Je nach Bodenart, Bodenfeuchte und Besonnung und nach Ihren eigenen Vorlieben stellen Sie die geeigneten Gehölze aus der Liste „Gehölze für Blütenbesucher“ zusammen.

Verhalten der Gehölze im Pflanzenverband

Betrachten Sie nun das Verhalten der einzelnen Gehölze und deren Endgröße, um abzuleiten, welche Aufgabe sie in der Pflanzung einnehmen können:


F – Führende Gehölze:

Sie bauen die obere Schicht des Endbestandes auf. Sie müssen langlebig sein, sich gut verzweigen, größer werden als die anderen und konkurrenzkräftig sein, dabei aber andere Dauergehölze nicht unterdrücken (also keine schattenden Waldbäume). Geeignet sind Arten, die halbschattig bis sonnig wachsen. Wählen sie nur Pflanzen, die im ausgewachsenen Zustand so breit werden wie die Pflanzfläche ohne Zuwachsraum.

M – Mantelgehölze:

Der Mantel bildet den Rand der Pflanzung. Diese Gehölze wählen Sie auch aus nach weiteren Funktionen der Hecke für Ihr Grundstück, z.B. Sichtschutz (Arten mit dichtem Laub) oder Trennfunktion (dornige). Mantelgehölze müssen langlebig sein, halbschattig bis sonnig wachsen und dürfen nur eine geringere Endhöhe als die führenden Arten erreichen.

B – Begleitende Gehölze:

Diese sorgen in der Anwachs- und Entwicklungszeit der Hecke für einen schnellen Bestandsschluss. In der Altersphase der Pflanzung bilden Sie eine dauerhafte untere Ge- hölzschicht. Sie müssen langlebig und schattenverträglich sein und in der Endgröße wesentlich kleiner bleiben als die führenden Arten (F).

D – Dienende Arten:

Sie haben nur eine Aufgabe auf Zeit. Sie sterben durch den größer werdenden Konkurrenzdruck der Nachbarn ab. Bis dahin nehmen sie den Wuchsraum der verbleibenden Gehöl- ze ein. Sie müssen hohe Lichtansprüche haben, eine geringere Endgröße erreichen als ihre Nachbarn, geringere Wuchskraft besitzen und konkurrenzschwach sein. Neben Gehölzen sind auch Stau- den oder Ansaaten mehrjähriger Kräuter gut geeignet.

Kleinwüchsige oder schwer anwachsende Gehölze im Mantel können unter den Begleitern (B) oder Dienern (D) zu 3-7 Stück gruppiert werden.

Wie verteile ich die Pflanzen in einer Hecke?

Verteilen Sie nun die Pflanzen, die sich für Ihre Hecke als „F“, „M“ und „B“ eignen, in einem Abstand zueinander auf der Pflanzfläche, der dem beabsichtigten Endzustand entspricht. Der Pflanzabstand zum Rand des Zuwachsraumes ist mindestens der Kronenradius. Der Abstand zur Nachbarpflanze ist etwas kleiner als die Summe ihrer Kronenradien.

Mantelgehölze ordnen Sie auf den äußeren Reihen oder bei freier Aufteilung am Rand der Pflanzfläche so an, dass bis zu 20% der Gehölze in den Randreihen Mantelgehölze sind (je nach Breite der Hecke bis zu 2 Randreihen). Dann wählen Sie 10- 15% aller Gehölze aus den Begleitenden Gehölzen. Dazwischen füllen Sie mit „Dienern – D“ auf (diese bilden also mit ca. 70% zunächst den Hauptanteil).

Zuwachsraum:

wir haben ihn zu Beginn mit 1m Breite festgelegt. Bei größeren Pflanzungen müssen Sie ihn verbreitern auf die halbe Endbreite Ihrer Mantelgehölze. Der Zuwachsraum kann vorübergehend mit Saumarten angesät oder mit Stauden bepflanzt werden.


Untersaat:

In der Gehölzfläche dient eine Untersaat mit mehrjährigen Kräutern der Förderung des Gehölzaufwuchses. Die gewählten Arten dürfen die Gehölze nicht bedrängen und nicht verdämmen. Sie dürfen also nicht dichtrasig und flachwurzelnd sein, sonst fangen sie die Sommerniederschläge bereits an der Oberfläche ab. Darum z.B. keine Gräser einsäen!

Die Entwicklung des Gehölzbestandes bis zum Kronenschluss dauert im allgemeinen 3-5 Jahre. Sie können auch ergänzende Lebensraumstrukturen in der Pflanzfläche belassen, z.B. Steinhaufen, Totholz oder feuchte Stellen. Das Laub können und sollen Sie liegen lassen.

(Weitere Informationen finden Sie auch unter „Gehölze für Blütenbesucher – Liste“, „Pflanzanleitung für Gehölze“ und „Waldrandgestaltung“.)

Hecken_Pflanzplan
Möglicher Aufbau für Freiwachsende Hecken und Blütengehölze

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Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/handlungsempfehlung/anlage-von-hecken-und-gehoelzen