Insektenfreundliche Untersaaten

Untersaaten – z.B. unter Getreide, Ackerbohnen, Sonnenblumen und Mais – bieten nicht nur Regenwürmern und anderen Bodentieren ausgiebig Futter im Boden, sondern können – richtig angelegt – auch hervorragende Bienenweiden sein. Denn sie blühen dann, wenn Obst, Raps, Löwenzahn und andere Frühtrachten verblüht sind und die Zwischenfrüchte noch auf sich warten lassen. Auf vielen Flächen sind Untersaaten auch ackerbaulich sinnvoll. Zudem verschönern Untersaaten das Landschaftsbild, wenn Hauptkulturflächen wieder bunt blühen.

Grundsätzliches

Untersaaten können im landwirtschaftlichen Betrieb sehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Bei früher Aussaat können Untersaaten Unkraut unterdrückend wirken. Durch eine schnelle Bodenbedeckung können sie Wasserverluste mindern und Bodenerosion verhindern. Durch ober- und unterirdische Pflanzenmasse fördern sie das Bodenleben und die Humusbildung. Zudem bieten Untersaaten gerade in der trachtarmen Zeit im Juni und Juli – dies war bis vor wenige Jahrzehnte die Haupt-Honig-Zeit! – ein Nahrungsangebot für Insekten. Bei der Ernte der Hauptkultur sind entweder die Untersaaten ebenfalls ausgereift und trocken (z.B. Leindotter) oder die Untersaaten sind in der Regel noch so niedrig (Kleearten, Kleegras), dass sie beim Drusch keine nennenswerten Probleme bereiten. Zweinutzung auf der gleichen Fläche liefert nach der Getreideernte z.B. durch eine Kleegrasuntersaat sehr schnell Futter- oder Gründüngungsmasse.
Grundlegend ist bei Untersaaten eine differenzierte Betrachtung von Standort, Anbauverfahren und Saatgutmischung dringend zu raten. So sind Flächen mit hohem Beikrautdruck für Untersaaten nicht zu empfehlen. Als besonders geeignet sind extensive Anbauverfahren, wie reduzierte Aussaatstärke und Weite Reihe etc., anzusehen. In einigen Bundesländern werden Untersaaten auch über Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Auskunft darüber geben Landwirtschaftsämter oder -kammern.

Saattechnik und Aussaat-Zeitpunkt

So früh wie möglich nach dem Striegeln bzw. nach Pflanzenschutz (bei Getreide: 4-Blatt-Stadium): Entweder mit der Drillmaschine zwischen die Reihen oder Aussaat mit dem Düngerstreuer.

Saatgut

• Weißklee, Inkarnatklee, Gelbklee, Erdklee: Bewährt hat sich z.B. eine Mischung von 3 kg Weißklee plus 10 kg Inkarnatklee pro Hektar.

• Auf eine Unkrautbekämpfung komplett verzichten kann, wer zusätzlich Leindotter aussät. Durch seine rasche Bodenbedeckung kann Leindotter die Beikräuter erfolgreich unterdrücken. In diesem Fall können Weißklee, Inkarnatklee und Leindotter gleichzeitig mit dem Sommergetreide ausgesät werden.

• Es ist auch gut möglich, selber Mischungen zusammenzustellen (verschiedene Kleearten und Kräuter). Es gilt: Je vielseitiger, desto besser.

Weitere Informationen finden Sie auch unter „Landwirte können Bienen retten!“, „Ackerwildkräuter fördern und erhalten“, „Insektenfreundlicher Mischfruchtanbau“ und „Saatgutvorschläge“.

Weitere Handlungs­empfehlungen

Ackerwildkräuter erhalten und fördern
Anleitung für die Neuanlage aus Wildsamen-Mischungen
Anspruchsvolle Begrünungen mittels Rechengut
Artenzusammensetzung Blühende Landschaft
Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/handlungsempfehlung/insektenfreundliche-untersaaten