Rundaugen-Mohrenfalter

Erebia medusa

Flugzeit:

Anfang Mai – Mitte Juli

Vorkommen:

vormals häufig, allerdings stark rückläufig

Größe:

M 33-41 mm

W 34-42 mm

Blütenbesuch:

unspezialisiert, bevorzugt jedoch deutlich gelbe Blüten

Lebensraum:

  • Magere Wiesen, gerne in unmittelbarer Wald- und Gehölznähe
  • buschreiche Trockenrasen
  • lichte Wälder
  • sonnige Waldränder und Wege
  • Berg- und Streuwiesen

Lebensweise:

Eier werden einzeln an Gräser, vorzugsweise auf Blättern, abgelegt. Die Art überwintert als Raupe und verpuppt sich im Frühjahr. Der Rundaugen-Mohrenfalter fliegt als erster Mohrenfalter im Jahr. 

Blütenvorliebe:

  • Hahnenfuß-Arten (Ranunculus spec.)
  • Fingerkräuter (Potentilla spec.)
  • Habichtskräuter (Hieracium spec.)

RAUPENNAHRUNGSPFLANZEN: Verschiedene Gras-Arten, wobei an Aufrechter Trespe (Bromus erectus), Schafschwingel (Festuca ovina) und Rotschwingel (Festuca rubra) häufig gefressen wird. 

Rundaugen Mohrenfalter an Löwenzahn (Foto: Roman Hein)
Rundaugen Mohrenfalter bevorzugen mageres Grünland in Gehölznähe (Foto: Linda Trein)

Beschreibung

Die Puppe des Rundaugen Mohrenfalters (Foto: Roman Hein)

Den Rundaugen-Mohrenfalter findet man vor allem in den Kalkgebieten sowohl im Offenland als auch in lichten Wäldern. Die Ober- und Unterseite der Art sind gleich gemustert. Auf einheitlicher brauner Grundfarbe befinden sich unterschiedlich große Augenflecke in einer aufgelösten orangen Binde am Flügelrand. Die schwarzen Augenflecke weisen einen zentrierten weißen Kern auf. Die weißen Flecken gaben der Art ihren deutschen Namen Rundaugen-Mohrenfalter. Bei dem ähnlich aussehenden Gelbbindigen Mohrenfalter liegen die Augenflecken nicht mittig der orangefarbenen Binde, sondern zum Außenrand hin verschoben. 


Ihre Eier legen die Rundaugen-Mohrenfalter an Gräsern ab, welche den Raupen als Nahrung dient. Die wichtigsten Wirtspflanzen sind Aufrechte Trespe, Schaf- sowie Rotschwingel. Die Falter saugen an verschiedenen Blüten, bevorzugen aber vor allem gelbe Blüten.

Was gefährdet den Rundaugen-Mohrenfalter?

Raupe des Rundaugen Mohrenfalters (Foto: Roman Hein)

Die Bestände der Art nehmen vor allem in tieferen Lagen stark ab. Einerseits gefährdet intensive Wiesenbewirtschaftung mit früher sowie vollständiger Mahd der gesamten Fläche die Art, andererseits führt Nutzungsaufgabe ehemals extensiv genutzter Grünland-Bereiche und in Folge stark zunehmende Verbuschung und auch Bewaldung zum Verlust des Lebensraums.  Rundaugen-Mohrenfalter stehen auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands. Die Abnahme der Bestände wird vermutlich durch den Klimawandel verstärkt.

Schmetterlinge brauchen nicht nur Blütennahrung sondern auch Raupenfutterpflanzen

Wie können wir dem Baum-Weißling helfen?

Der Erhalt von waldnahem, mageren Extensivgrünland ist für den Schutz der Rundaugen-Mohrenfalter besonders wichtig. Auch spielen grasige, niedrigwüchsige Brachen oder Saumbereiche nahe Gehölzen für die Raupenentwicklung eine große Bedeutung und sollten gefördert werden. Eine Mahd sollte vermieden werden oder nur jahrweise und in Abschnitten durchgeführt werden. Bei zu starker Verbuschung sollten Gehölze entnommen werden um Überschattung zu vermeiden.

Autor

Holger Loritz

freier Projektmitarbeiter Netzwerk Blühende Landschaft und selbstständiger Landschaftsökologe
(Büro ABL: Bürogemeinschaft Arten – Biotope – Landschaft in Freiburg)

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Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/insekt/rundaugen-mohrenfalter