Süßen Signalen auf der Spur

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Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Bienen eigentlich zu den Blüten finden, die ihnen am besten schmecken? Eine Antwort auf diese spannende Frage gab am 11. Mai Dr. Hannah Burger vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Uni Ulm bei einem Online-Vortrag. Diesen hatte die Stuttgarter Regionalgruppe des Netzwerks Blühende Landschaft organisiert und ausgerichtet, rund 60 Zuhörer*innen folgten der Einladung.

Womit “riecht” die Biene?

In ihrem Online-Vortrag ging Hannah Burger auf das Thema „Wildbienen und ihren speziellen Vorlieben für Blütenduftstoffe“ ein. Wer in diesem komplexen Zusammenspiel zwischen Insekt und Pflanze mehr verstehen will, der muss sich einerseits mit den Duftcocktails verschiedener Wildpflanzenblüten, andererseits mit den Riechorganen der Wildbienen beschäftigen.

Zu Letzteren gehören unter anderem die Antennen und der Antennenlappen, auch Antennallobus genannt. Auf der Antenne einer Biene sitzen rund 60.000 neuronale Rezeptoren. Sie nehmen die ankommenden Gerüche auf und leiten sie über Nerven an den Antennallobus weiter, wo dann eine erste olfaktorische Signalverarbeitung stattfindet. Dieses “Riechhirn” besteht aus weit über 100 unterschiedlichen kugelförmigen Strukturen, welche der Biologe “Glomeruli” nennt. Je nach Duft werden unterschiedliche Glomeruli oder Muster aus mehreren Glomeruli aktiv.

Mit der Calcium-Imaging-Methode lassen sich diese Muster studieren. Dabei wird das Hirngewebe mit einem kalziumsensitiven Farbstoff angefärbt, der seine Fluoreszenz mit steigender Kalziumkonzentration verändert und die Aktivitäten in den Hirnbereichen so für uns Menschen sichtbar macht.

Das “Wildpflanzen-Parfüm”

Die Düfte unserer Wildpflanzen bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher chemischer Verbindungen. In ihrem Vortrag vergliech Hannah Burger dies mit der Herstellung eines Parfüms. “Auch hier mischt ja der Parfümeur unterschiedliche Substanzen zusammen, bis der gewünschte Duft entsteht. Wissenschaftler arbeiten in der umgekehrten Richtung.”

Das “Parfüm der Blüten” wird durch einen so genannten Gaschromatographen geschickt, der die einzelnen Substanzen des Gemischs voneinander trennt. Danach werden diese Substanzen in einem Massenspektrometer analysiert und gleichzeitig mit der Bienenantenne in Kontakt gebracht. Jeder einzelne dieser Schritte ist notwendig, bis man dann am Ende zu der Aussage kommen kann, dass es z. B. bei der Weiden-Sandbiene (Andrena vaga) zu einer besonders starken Aktivität im Antennallobus kommt, wenn sie dem Duft einer blühenden Grauweide begegnet.

Gerade bei den oligolektischen, also nahrungstechnisch spezialisierten, Bienenarten, zu denen etwa 30 Prozent unserer nestbauenden, heimischen Wildbienen gehören, zeigen sich in der Signalstärke und auch im Signalmuster deutliche Unterschiede. Aber auch für die Generalisten unter den Bienen, wie die Honigbiene, riechen offenbar nicht alle Blüten gleich schmackhaft.

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Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/suessen-signalen-auf-der-spur