Nisthilfen für Wildbienen

Wie helfe ich richtig?

Bei Nisthilfen denken die meisten Leute zuerst an sogenannte Bienenhotels, die es in verschiedenen Ausführungen im Handel zu kaufen gibt. Vorhandene Hohlräume nutzen allerdings nur 20 % der Wildbienenarten und die meisten „Bewohner“ von Bienenhotels sind ausgesprochen häufige Arten, die nicht unbedingt auf menschliche Hilfe angewiesen sind. Darunter fallen solitär lebende Wildbienen wie beispielsweise die Gehörnte und Rostrote Mauerbiene, Maskenbienen, Scherenbienen, Blattschneiderbienen und Löcherbienen. Dazu kommen einige Arten von Wespen wie Grabwespen, Lehmwespen und ebenso die entsprechenden parasitären Hautflügler wie Goldwespen, Schlupfwespen und Düsterbienen. 

Blattschneiderbiene
Blattschneiderbienen nutzen Blätter, um die Zellen für ihre Brut auszukleiden. (Foto: Linda Trein)

Wer gezielt den Arten helfen will, die Hilfe nötig haben, der legt ein Sandarium an oder stellt eine Lehmwand auf. Die Handlungsempfehlung dazu finden Sie hier:

Nisthilfen für Wildbienen

Die Nisthilfe kann noch so schön sein, sie wird nicht besiedelt werden, wenn nicht im näheren Umfeld auch das passende Nahrungsangebot besteht.

Vielfältiger blühender HausgartenLiebhaber
Ein vielfältiger, blühender Garten bietet Nahrung für Wildbienen. (Foto B. Heydenreich)

Bienenhotels und Co.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wenn es aber nun trotzdem ein gekauftes Bienenhotel sein soll, worauf ist dann beim Kauf zu achten?

Manche Anbieter füllen die Räume des Insektenhotels mit Tannenzapfen, Holzschnittresten, Laub, Stroh – was eine Entsorgungsstrategie vermuten lässt. Hier würden bestenfalls Marienkäfer, Ohrenkneifer und Spinnen ein Quartier suchen, die aber auf das Angebot Ihres „Mehrfamilienhäuschens“ nicht angewiesen sind. 

Empfehlenswert sind Hartholzblöcke mit einer Mindesttiefe von 8, besser noch 15 Zentimetern mit gebohrten Löchern

  • Lochgrößen: Gänge mit einem Durchmesser von 2-10 mm werden besiedelt, Bohrweiten von 3 – 7 mm dabei bevorzugt.
  • Die Löcher müssen sauber ohne abstehende Fasern gebohrt sein, da sonst Verletzungsgefahr für die Bienen besteht.
  • Das verwendete Holz muss unbedingt trockenes Hartholz sein und die Bohrung muss im Längsholz sein und nicht im Stirnholz. 
  • Bei Weichhölzern und bei Bohrung ins Stirnholz können die Gänge aufreißen oder aufquellen und zur Verpilzung der Brut führen. 

Außerdem sehr gut: Nisthilfen aus gebranntem Ton (z.B. das “Hotel zur Wilden Biene”) Bezugsquelle s.u.

So bitte nicht!

Glücklicherweise nicht besiedeltes Bienenhotel aus Pappe. Durch eindringende Feuchtigkeit besteht die Gefahr der Verpilzung der Brut

Bienenhotel aus Pappe mit zweifelhafter Füllung (Foto: Marie Holler)

Schon besser!

Immerhin Hartholz und sauber gebohrt, aber die Löcher in den dunklen Brettern sind zu groß und werden nicht besiedelt. Ist auch besser so, denn durch die Ritzen kann Feuchtigkeit eindringen. 

Nisthilfe Hartholzblock
Hartholzblock mit Löchern (Foto: Marie Holler)

Geht doch!

Das “Hotel zur Wilden Biene”, ein Niststein aus gebranntem Ton, wird jedes Jahr wieder besiedelt. Um die Reinigung der Löcher kümmern sich die Bienen übrigens selber.

Das “Hotel zur Wilden Biene” (Foto: Linda Trein)

Egal welches Hotel es sein soll, es muss auf jeden Fall so aufgehängt werden, dass es vor Nässe geschützt ist.

Frühling

Ackerwildkräuter erhalten und fördern
Anlage von Hecken und Gehölzen
Anleitung für die Neuanlage aus Wildsamen-Mischungen
Anspruchsvolle Begrünungen mittels Rechengut
Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/handlungsempfehlung/augen-auf-beim-nisthilfenkauf