Goldener Scheckenfalter

Euphydryas aurinia

Flugzeit:

Anfang Mai – Mitte Juni (Tiefland) / Ende Juli (Hochlagen Alpen)

Vorkommen:

früher in fast allen Bundesländern weit verbreitet, heute selten; v.a. noch Alpenvorland (Bayern, Baden-Württemberg), Saarland, Thüringen

Größe:

30 – 43 mm

29 – 37 mm

Blütenbesuch:

unspezialisiert, gerne an gelben und violetten Blüten

Lebensraum:

großflächige, magere Wiesenlandschaften mit Magerrasen oder Moorbiotopen

Lebensweise:

Falter fliegen von Mai bis Juni, Raupen von Juni bis nach dem Winter gesellig in Gespinsten an der Raupennahrungspflanze, Verpuppung im Frühjahr

Blütenvorliebe:

  • Wundklee (Anthyllis vulneraria)
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Arnika (Arnika montana)
  • Wiesen-Knöterich (Persicaria bistorta)
  • Kratzdistel (Cirsium palustre, Cirsium arvense)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
  • Löwenzahn (Taraxacum spec.)
  • Pippau (Crepis biennis, Crepis palustre)
  • Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis)

RAUPENNAHRUNGSPFLANZEN: Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), teils verschiedene Enzian-Arten (Gentiana spec.)

Goldener Scheckenfalter auf Sibirischer Schwertlilie sonnend. Foto: Holger Loritz
Ei-Gelege des Goldenen Scheckenfalters an der Blattunterseite des Teufelsabbiss. Foto: Holger Loritz

Beschreibung

Goldener Scheckenfalter auf Pippau. Foto: Holger Loritz
Goldener Scheckenfalter auf Pippau. Foto: Holger Loritz

Der Goldene Scheckenfalter ist eine der Arten mit dem stärksten Rückgang der Vorkommen und damit auch der Verbreitung seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Die kontrastreich bis bunt gescheckt gezeichneten Falter fliegen im späten Frühjahr bis Frühsommer, wobei die Männchen auf Ansitzwarten auf vorbeifliegende Weibchen warten. Eine leichte Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem fast zur gleichen Zeit fliegenden Wegerich-Scheckenfalter, dieser jedoch nur einfarbig braun-orange. Der Schmetterling benötigt ausgedehnte Magerwiesen als Lebensräume. Sie dürfen nicht intensiv bewirtschaftet werden, sondern höchstens ein- bis zweimal im Jahr genutzt werden. Außerdem benötigt es eingestreut brachliegende Wiesenanteile. Die Lebensräume können sowohl auf feuchten als auch auf trockenen Standorten liegen, z.B. in extensiv genutzten Feucht- und Moorwiesen mit Teufels-Abbiss oder Schwalbenwurz-Enzian im Alpenvorland oder auf trockenen Kalkmagerrasen und Magerwiesen mit Tauben-Skabiose im Saarland, Thüringen und am Kaiserstuhl. Die Eier werden als Eispiegel an die Unterseite der Rosettenblätter von gut besonnten Wirtspflanzen abgelegt. Die Raupen leben dann bis zum nächsten Frühjahr als Gruppe in einem Gespinst, das sie vor Fressfeinden schützen soll. Zur Verpuppung vereinzeln sie sich.

Das gefährdet den Goldenen Scheckenfalter

Der Schmetterling ist vor allem durch Nutzungsintensivierung seiner Lebensräume gefährdet. Aufdüngung, Nährstoffeintrag von angrenzenden Flächen und Mehrschnittnutzung sowie Trockenlegung von Feucht-/Moorstandorten sind die stärksten Gefährdungsursachen. Teils ist auch die Nutzungsaufgabe dieser im landwirtschaftlichen Sinne wenig produktiven Standorte problematisch, da diese zuerst zur Veränderung der Vegetationsstruktur (geringere Besonnung der Wirtspflanzen) und danach zu Verbuschung und Verwaldung führen. Daneben ist die Zersplitterung und Verinselung der Vorkommensgebiete eine besondere Gefährdungsursache für den Schmetterling, der für seine Populationsdynamik ausgedehnte und erreichbare Flächen in der näheren Umgebung benötigt.

Schmetterlinge brauchen nicht nur Blütennahrung sondern auch Raupenfutterpflanzen

So können wir dem Goldenen Scheckenfalter helfen

Lebensraum für Schmetterlinge: Artenreiche Salbei-Glatthaferwiese Massenaspekt der Acker-Witwenblume. Foto: Holger Loritz
Lebensraum für Schmetterlinge: Artenreiche Salbei-Glatthaferwiese mit Massenaspekt der Acker-Witwenblume. Foto: Holger Loritz

Schutz aller bestehenden Lebensräume und möglichst vieler in der Nähe von bestehenden Populationen liegenden, potenziellen Lebensräume durch extensive Bewirtschaftung. Unterstützen wir naturverträglich wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe, die großflächig magere Wiesen- und Weidelandschaften erhalten. Unterstützen wir die Naturschutzbehörden bei der Sicherung der bekannten Vorkommen. Ob Wildbiene, Hummel, Schmetterling oder Honigbiene: durch den Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden können wir alle viel für diese Insekten tun.

Autor

Holger Loritz

freier Projektmitarbeiter Netzwerk Blühende Landschaft und selbstständiger Landschaftsökologe
(Büro ABL: Bürogemeinschaft Arten – Biotope – Landschaft in Freiburg)

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Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/insekt/goldener-scheckenfalter