Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Zollernalbkreis

Blühender Zollernalbkreis

Wärmeliebender Saum vor dem Landratsamt Zollernalbkreis Foto: M. Klose-Kanniga Der Zollernalbkreis ist von einer reich strukturierten Landschaft geprägt. Die Bergwiesen der Hochalb werden durch den steil abfallenden Albtrauf von Streuobstwiesen des Albvorlandes getrennt. Trotz dieser guten Voraussetzungen für Blütenreichtum nimmt das Angebot an blühenden Pflanzen in der freien Landschaft ständig ab. Maßgebliche Gründe dafür sind die Ausdehnung von Siedlungsflächen und der Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Gründung des Projektes im Jahr 2009

Aus diesem Grund wurde 2009 auf Initiative Melliferas mit dem Landratsamt Zollernalbkreis das Leader-Projekt „Blühender Zollernalbkreis“ initiiert. Die Initiative wurde von Landrat Herrn Günther-Martin Pauli MdL, dem Kreisökologen Herr Dr. Werner Ludwig und dem Obst- und Gartenbauberater Herr Markus Zehnder begeistert aufgenommen und tatkräftig unterstützt. Ziel des Projektes war es, den Bürgern anhand praktischer Beispiele Wege aufzuzeigen, aktiv etwas für den Blütenreichtum im Garten und in der Landschaft zu unternehmen.

Pilotprojekt "Blühendes Rosenfeld"

Blühmischung vor dem Ortschild Rosenfeld Foto: M. Klose-Kanniga Pilotprojekt der Initiative war das „Blühendes Rosenfeld“. Entsprechend den Grundideen des Netzwerk Blühende Landschaft arbeiteten hierbei Behörden wie das Landratsamt Zollernalbkreis und die Stadt Rosenfeld mit einer Schule, den vier Obst- und Gartenbauvereinen des Stadtgebietes und den Imkervereinen (Bezirksverein und Mellifera e.V.) zusammen. Außerdem wurden weitere Fachleute wie Matthias Klose-Kanniga (Garten-Landschaftsbau) und Manfred Kränzler (Landwirt Hofgut Fischermühle) hinzugezogen.

Auf Flächen der Stadt außerhalb als auch innerhalb der Bebauung und auf landwirtschaftlichen Flächen wurden im ersten Jahr verschiedene Saatmischungen eingesät. Neben den für die Landwirtschaft vorgeschriebenen Mischungen kamen Blühmischungen der Firma Rieger&Hofmann und der Stadt Mössingen zum Einsatz. Gepflegt wurden die Flächen von den Obst- und Gartenbauvereinen und dem Bezirksimkerverein.

Weitere Projekte

Die Erfahrungen aus dem ersten Jahr überzeugten nicht nur die beteiligten Vereine, sondern auch den Landrat. Weitere Projekte folgten:

* Bürger konnten im zweiten Jahr kostenlos Saatgut für private Flächen anfordern. Die Nachfrage war riesig und überstieg die zur Verfügung stehenden Mittel des Landratsamtes.

* Parallel dazu wurden vom Umeltamt des Zollernalbkreises zwei qualifizierte Broschüren unter dem Motto „Blühender Zollernalbkreis“ und „Artenfibel“ herausgebracht. Diese können auf der Internetseite des Landratsamtes heruntergeladen werden.

* Natternkopf-Streifen auf dem Versuchsfeld an der Fischermühle Foto: M. Klose-Kanniga Auf dem Gelände von Mellifera an der Fischermühle entstand ein 7000 qm großes Demonstrationsfeld mit den verschiedensten ein- und mehrjährigen Blühmischungen. Matthias Klose-Kanniga konnte seine praktischen Erfahrungen inzwischen an viele Besuchergruppen weitergeben. Auch zukünftig soll es dort Führungen geben. Interessenten können sich bei Mellifera e.V. (Tel. 07428-945 249 0) melden. Die Versuchsbeschreibung (pdf) können sie hier abrufen.

Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerke

Das Projekt wurde von einer sehr guten Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Neben den beiden Broschüren gab es immer wieder Presseartikel, Poster, Vorträge und vor allem etliche Ortstermine zur Besichtigung der Flächen und zu Bestimmungsübungen. Wichtiges Anliegen war es nämlich auch die Bevölkerung mit einzubeziehen. Das Netzwerk der Akteure fand sich im Laufe der Zeit zu einer regen Gruppe zusammen. Bei den regelmäßigen Treffen waren auch häufig der Landrat Herr Pauli MdL und Rosenfelds Bürgermeister Thomas Miller mit großer Begeisterung dabei.

Blühflächen-Exkursion mit Matthias Klose-Kanniga und Landrat G.-M. Pauli MdL Foto: M.Zehnder
Führung an einer Blühfläche durch Matthias Klose-Kanniga (3.v. rechts) mit Landrat Günther-Martin Pauli MdL (2.v.rechts) Foto: M.Zehnder

Inzwischen besteht zudem ein reger Erfahrungsaustausch beteiligter und interessierter Bauhofleiter des Landkreises, der über das Ende des Leader-Projektes bestehen bleiben soll.
Interessenten können sich bei Dr. Werner Ludwig (Tel 07433/92-1339) melden. An allen kreiseigenen Schulen wurden Blühflächen angelegt, auf denen unterschiedliche Saatmischungen ausgebracht wurden.

Ausblick

Den Abschluss der erfolgreichen Initiative bildete eine Versammlung des Landrates mit allen 26 Bürgermeistern des Kreises, sowie Energiefachleuten, Wirtschaftsförderern und Bankvorständen im September 2011 an der Fischermühle. Die anwesenden Bürgermeister berichteten, dass der „Blühende Zollernalbkreis“ nach anfänglicher Skepsis mittlerweile auf sehr positive Resonanz in der Bevölkerung trifft.

Auch wenn dieses LEADER-Projekt 2011 ausgelaufen ist, sollen die bunt blühenden Flächen weiterhin durch die Vereine betreut werden, die Fortbildung der Bürger durch Vorträge und Besichtigung wird fortgesetzt und eine gemeinschaftliche Saatgutbestellung für die Bürger durch das Landratsamt koordiniert. So können auch in 2012 Vereine, Schulen und Kommunen für geeignete Flächen kostenlos Saatgut vom Umweltamt des Zollernalbkreises erhalten. Für 2012 ist zudem geplant, das Straßenbegleitgrün bunter und damit insektenfreundlicher zu gestalten.

(Texte: Markus Zehnder, Matthias Klose-Kanniga, Sabine Armbruster)

Ansprechpartner vor Ort:

Matthias Klose-Kanniga, 72351 Geislingen - Binsdorf, Tel. 07428-8578,


Mellifera e.V.