Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Regionale Initiative: Ravensberger LichtLandschaften bei Bielefeld

Mehr Blütenvielfalt im Ravensberger Hügelland nördlich von Bielefeld


Die Initiative Ravensberger LichtLandschaften besteht seit 2007 in Bielefeld und hat sich die Förderung, Entwicklung und Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt im Ravensberger Hügelland zum Ziel gesetzt. Uns geht es um die Gestaltung und Pflege einer lebenswerten und artenreichen Kulturlandschaft unter ästhetischen, ökologischen und nachhaltig landwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Dabei wollen wir nicht nur Relikte konservieren, sondern unsere einzigartige Kulturlandschaft als Ganzes behutsam weiter entwickeln und aktiv gestalten. Wir werden dabei von der Frage geleitet, ob es eine vielseitige Landschaft geben kann, die sich mit der heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realität vereinbaren lässt. Wir wollen diese Zielsetzung insbesondere verwirklichen durch Initiierung und Wiederherstellung von einzigartigen, seltenen und durch ihre Blütenvielfalt bereichernden Biotopen und Landschaftselementen sowie deren erhaltende Bewirtschaftung. Dies sind vor allem:

Blütenreiche Säume
Heide und Magerrasen
Artenreiche Mähwiesen, Feuchtwiesen und Streuobstwiesen
Kleingewässer
Blühflächen im öffentlichen Raum

Ansprechpartner:
Helge Jung, Tel: 05203 9182199, Mail: www.ravensberger-lichtlandschaften.de

Artenreiche Glatthaferwiese im Obstgarten des Kreis-Imkermeisters F.W. Große-Wöhrmann, eingesät 2007. im Vordergrund: Wiesenglockenblume
Artenreiche Glatthaferwiese im Obstgarten des Kreis-Imkermeisters F.W. Große-Wöhrmann, eingesät 2007. im Vordergrund: Wiesenglockenblume

Warum LichtLandschaften?

Mit dem Verschwinden solcher Lebensräume in den letzten 50 Jahren sind in unserer Region auch viele typische Wildpflanzen ausgestorben, verschollen oder selten geworden – entweder durch die intensivierte landwirtschaftliche Nutzung oder aber durch Nutzungsaufgabe und Brachfallen. Denn die meisten dieser gefährdeten Landschafts-bestandteile mit ihren typischen Pflanzen waren auf die traditionelle Nutzung angewiesen, und zwar auf Lichtstellung durch den Menschen z.B. durch abmähen, Gehölz-Entfernung, entschlammen, freistellen. Die Lichtbedürftigkeit ist es, die all diese Arten und Lebensgemeinschaften gemeinsam haben, daher der Name LichtLandschaften:
Den Begriff Lichtvegetation (VAHLE 2005) prägte der wissenschaftliche Betreuer des Vereins, der Vegetationskundler Dr. H. C. Vahle. Er umfasst artenreiche, buntblühende, ästhetisch ansprechende und heutzutage seltene Pflanzengesellschaften. Die Vorteile der Lichtvegetation kann man folgendermaßen zusammen fassen:

  • Grundwasserschutz / Neubildung
  • Stallapotheke
  • Begehbarkeit / direktes und intensives Naturerleben
  • Bereicherung des Landschaftsbildes durch Farbaspekt
  • Sehr hohe Artenvielfalt
  • Weitgehende Selbstregulation nach Etablierung

Unser Startraum ist der Köckerhof im Norden von Bielefeld, ein Bioland-Betrieb mit einer sehr vielseitigen Hoflandschaft, wo erste Maßnahmen zur Landschaftsentwicklung verwirklicht wurden und werden. Wir sind aber auch darüber hinaus tätig als Ideengeber in Zusammenarbeit mit Kommunen (Projekt Ravensberger LichtLandschaften in Werther-Isingdorf) oder Dorfentwicklungs-Initiativen (Häger und Schröttinghausen-Deppendorf). . Unser Tätigkeitsraum ist die Landschaft nordwestlich von Bielefeld, während als Erfahrungsraum, d. h. für vegetationskundliche Leitbilder, der gesamte Naturraum des Ravensberger Hügellandes zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge dient.
Der Kern der Initiativgruppe zählt ca. 20-30 Mitglieder.

Blühstreifen am Schwarzbach in Deppendorf mit Kunst-Installationen der Künstlerin Erika Heinemann
Blühstreifen am Schwarzbach in Deppendorf mit Kunst-Installationen der Künstlerin Erika Heinemann

Projekt Blüten-Netzwerk für den Bielefelder Norden

Mit der Zeit ist die Initiativgruppe gewachsen, aber auch die Anfragen und Betätigungsfelder sind vielfältiger geworden. Die ehrenamtlichen Kapazitäten der Initiative sind bereits mit den Maßnahmen in unserem Startraum, dem Köckerhof, ausgelastet, damit die dort begonnenen Projekte erhalten bleiben können.

Mit unserem neuen Projekt 'Blüten-Netzwerk für den Bielefelder Norden", das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW über zwei Jahre gefördert wird, initiieren wir weitere Maßnahmen, die wir in der Anfangsphase betreuen, damit sie eigenständig weiterlaufen können. Damit sollen Know-how, Ideen und Erfahrung weitergegeben werden, um ein Blüten-Netzwerk auf lokaler Ebene aufzubauen, an dem viele Akteure mitwirken können. Das Projekt soll die Vielfalt und Anzahl blütenreicher Lebensräume in unserer Region im öffentlichen Raum und in der freien Landschaft gemeinsam mit den Bewohnern steigern bzw. wiederherstellen.

Der räumliche Schwerpunkt liegt dabei im Norden und Westen von Bielefeld. Durch Informationsveranstaltungen und Infotafeln soll das öffentliche Bewusstsein für unser Anliegen geschärft und die Allgemeinheit auf Veränderungen in der Landschaft aufmerksam gemacht werden.Die Ideen wurden gemeinsam mit den Projektpartnern vor Ort im Rahmen von ‚Ideenwerkstätten‘ entwickelt, die Durchführung der Einzelmaßnahmen wird vom Verein begleitet.

Das Projekt soll die Vielfalt und Anzahl blütenreicher Lebensräume in unserer Region im öffentlichen Raum und in der freien Landschaft gemeinsam mit den Bewohnern steigern bzw. wiederherstellen. Dabei steht nicht nur der Nutzen der Blütenvielfalt für Bienen, Insekten und die Tier- und Pflanzenwelt allgemein im Vordergrund sondern auch die ästhetische Aufwertung der Kulturlandschaft und, vor allem bei extensivem Grünland, die Etablierung einer nachhaltigen Nutzung. Das Projekt richtet sich mit der Initiierung und Betreuung von Maßnahmen zur Entwicklung blütenreicher Flächen vor allem an Private Grundstücksbesitzer, Dorfgemeinschaften, Landwirte / Eigentümer und Bewirtschafter landwirtschaftlicher Flächen, Kommunen (Umweltamt / Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld), Schulen, Kindergärten und sonstige gemeinnützige Vereine und Initiativen.

Im Laufe des Jahres 2013 wurden bereits vielfältige Maßnahmen mit den Projektpartnern verwirklicht, z.B. die Einsaat verschiedener öffentlicher Flächen, vor allem im Ortsbereich von Schröttinghausen, Blühflächen-Einsaaten mit Kindergärten, Anlage von Blütenwiesen auf den Grünlandflächen rund um den Obersee, Ergänzungspflanzung und Blumenwiesen-Einsaat bei einer alten Streuobstwiese am Bielefelder Uni-Campus sowie ein gemeinsames Projekt mit den Schülern des Oberstufen-Kolleg Bielefeld.

Ansprechpartner:
Helge Jung, Tel: 05203 9182199, Mail: www.ravensberger-lichtlandschaften.de


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