Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Regionale Initiative Tübingen

Sensenmähkurs Foto: M. Haus
Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Sensenmähkurses Foto: M. Haus

Die Regionale Initiative Tübingen im Netzwerk Blühende Landschaft hat sich aus einem privaten Engagement entwickelt:

Vor unserem Haus befindet sich eine öffentliche “Restfläche” von ca 7,5 Ar. Jahrelang wurde sie in städtischem Auftrag lediglich gemäht und gemulcht. Die Folge davon war, dass außer einem Löwenzahnblüten-Aspekts im späten Frühjahr praktisch keine weiteren Blütenpflanzen mehr vorkamen. Um diesem sich ständig verschlechternden Zustand abzuhelfen, haben wir im Jahr 2003 in privater Initiative eine Patenschaft für diese Grünfläche übernommen. Seither pflegen wir diese Grünfläche, in dem wir sie zwei mal im Jahr mit der Sense mähen und heuen. Das Heu wird von der benachbarten “Französischen Schule” für ihre Ziegen genutzt.

Häufig haben die Obstwiesengrundstücke in unserer Gegend eine zu geringe Größe, als dass sich ein Maschineneinsatz mit Balkenmäher (inklusive Transport etc.) lohnt. Hier bietet sich als in vieler Hinsicht günstige Alternative das Mähen mit der Sense an. Im Zuge unserer Wiesenpflege führen wir deshalb schon viele Jahre mit gleichbleibender Beliebtheit Kurse zum Mähen mit der Sense durch, zunächst für das Umweltzentrum Tübingen, seit 2015 im Rahmen des Netzwerks Blühende Landschaft.

Die Ziele der Sensen-Kurse:
Ziel dieser Kurse ist es, Interessierte in die Lage zu versetzen, ihre Grundstücke umweltverträglich und artenschutzgemäß zu pflegen.
Dazu gehört außer der richtigen Handhabung und Pflege des Werkzeugs auch das Wissen um die ökologischen Zusammenhänge auf einer Wiese, vom standortgemäß zu erwartenden Artenspektrum über die richtigen Schnitt-Zeitpunkte bis zu den Blütenbesuchern und anderen Insekten, die im Naturzusammenhang eine Rolle spielen.

Dazu kommt, gemäß den Prinzipien der “Bildung für nachhaltige Entwicklung”, auch die Betrachtung der Folgen und Auswirkungen unseres Tuns und unserer Wirtschaftsweise auf Menschen in anderen Ländern und Welt-Teilen.


vorher... Foto: M. Haus

...nachher Foto: M. Haus

Das haben wir erreicht:
Mit unseren Sensen-Kursen haben wir schon mehrere hundert Garten- und GütlebesitzerInnen in die Lage versetzt, ihre eigenen Grundstücke so zu pflegen und zu bewirtschaften, dass es wieder für Bienen, Hummeln und Co. blühen kann.

Durch die konsequente Pflege haben wir zudem erreicht, dass auf der ehemals durch Mulchen überdüngten Wiese der Nährstoffgehalt und die Dichte der Gräser wieder so weit abgenommen hat, dass wieder Wiesenblumen wachsen können. Damit auch auf unserer Wiese wieder andere Blütenpflanzen wachsen, haben wir vor einigen Jahren begonnen, auf Spaziergängen in der Umgebung gesammelte Samen auszusähen.

Unsere Projektidee:
Ermutigt durch erste Erfolge der Wiesenblumen-Ansaat wollen wir nun ein Modellprojekt zur Verbesserung bestehender Wiesen durch Einsaat von Wiesenblumen-Samen starten. Dazu wollen wir eine Teilfläche nach der Sommer-Mahd intensiv abrechen und aufrauhen und dann mit Samen eines breiteren, auf den Standort angepassten Artenspektrums einsähen. Sollten die Ergebnisse des Projekts unseren Erwartungen entsprechen, könnte dies eine einfache und wenig arbeitsaufwändige Methode zur Aufwertung von bestehenden Wiesen werden.

Und ein weiteres Arbeitsfeld:
Ein weiterer Bereich unserer Arbeit ist, die städtischen Servicebetriebe wieder zumindest teilweise zum Mähen mit der Sense zu bewegen. Insbesondere in lärmsensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten ist das von großem Vorteil.
Die Anfänge in Form von zwei Sensen-Kursen und der Beratung zur Anschaffung von Sensen für die MitarbeiterInnen der Servicebetriebe haben wir schon gemacht.

Interessierte an den Sensen-Kursen wenden sich an das Netzwerk Blühende Landschaft oder an die Ansprechpartner vor Ort.

Ansprechpartner vor Ort:
Dr. Sybille Hartmann, Dr. Manuel Haus
Breslauer Straße 34
72072 Tübingen
Tel: 07071 / 38269
Mail:


Mellifera e.V.