Im Rhythmus der Natur eine blühende Landschaft mitgestalten

Werden Sie jetzt aktiv! In jeder Jahreszeit gibt es etwas zu tun.

Von Frühjahr bis Spätherbst mit Blüten umgeben sein – das wär’s! Sich lange an schönster Farbenpracht erfreuen und gleichzeitig ein reiches Angebot an Nektar und Pollen, Samen und Früchten bieten – das geht!

Hier finden Sie all unsere Handlungsempfehlungen, gebündelt nach Arbeitsumfeld, um eine blühende Lebensgrundlage jederzeit mitzugestalten:

-> Landwirtschaft
-> Öffentlicher Raum / öffentliche Grünflächen
-> Privatgarten
-> Gewerbeflächen
-> Wald- und Forstwirtschaft
-> Imker

Hier finden Sie all unsere Handlungsempfehlungen, gebündelt nach Jahreszeit, um eine blühende Lebensgrundlage jederzeit mitzugestalten:

Frühling

Jetzt brauchen viele Insekten besonders viele Blüten für den Nachwuchs

Mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen zu Jahresbeginn strecken die zeitigen Frühjahrsblüher ihre bunten Köpfe durch den Schnee, gefolgt von den frühblühenden und besonders wertvollen Gehölzen. Das ist die Zeit, wenn sich die frühen Hummelköniginnen die erste, lebenswichtige Nahrung suchen, um einen neuen Staat zu gründen. Denn bei Hummeln überleben nur die zukünftigen Königinnen den Winter. Nun kommt es darauf an, dass sie in kurzer Entfernung schnell Nahrung finden, denn ihr Energiespeicher muss nach dem Winter erst einmal gefüllt werden. Nach und nach, je wärmer es wird, strömen die ersten Wildbienen, wie die Gehörnte Mauerbiene, aus. Wenn das Thermometer an warmen Tagen auf 11 Grad steigt, verlassen auch die Honigbienen ihren Stock und gehen auf Nahrungssuche.

Je wärmer es wird im Frühling, desto mehr Insektenarten erwachen oder schlüpfen und begeben sich auf die Suche nach Nahrung. Wir können nun Sandbienen, Pelzbienen, Furchenbienen und viele mehr beobachten. Im März und April bieten die heimischen Sträucher, Kräuter, Stauden und Zwiebelgewächse einen reich gedeckten Tisch. Kornelkirschen, Schlehdorn und Weiden tragen reichlich Futter, dazu gesellen sich Küchenschellen, Hyazinthen, Beinwell, Löwenzahn, Gänseblümchen, Schlüsselblumen und viele mehr. Staatenbildende Insekten haben sich bereits beachtlich vermehrt und auch bei allen anderen Tieren füllen sich die Kinderstuben – noch mehr Nahrung wird gebraucht. Angeführt von Obstblüte (wie Kirsche, Apfel) und Ahorn verwandelt sich unsere Umgebung in ein reiches Blütenmeer. Es folgen Weißdorn, Holunder, Kastanie und Raps.

Folgendes gibt es im Frühjahr zu tun

bis Februar:

  • Gehölze verschneiden/ pflanzen
  • Pflanzenstängel stehen lassen
  • Bodendeckung gewährleisten
  • Nisthilfen aufstellen

ab Mitte März:

  • pflanzen/ säen
  • abgestorbene Stängel abschneiden, ggf. beiseite aufstellen (schlüpft da noch wer?)
  • Offenbodenstellen schaffen für Wildbienen
  • Beikrautregulierung (jäten, Schröpfschnitt)

Tipps fürs Frühjahr (Februar – Mai):

Sommer

Hochsaison für blühende Stauden und Wiesen

Wiesenpflege: Ab Ende Mai bis Mitte Juni sollte der erste Schnitt erfolgen, am besten wird in Etappen gemäht oder gesenst. Zum Trocknen des Heus unterstützt ein “Heubock”. Foto: M. Holler

Bunte Gaukler schwingen sich galant durch die Lüfte, Schwebfliegen surren vor duftenden Blüten und leuchtenden Beeren, in der Wiese zirpt und brummt es: der Sommer ist da!

Lange, zweite Blüte
Damit es ein bunter Sommer wird sollte auf Blütenpflanzen mit langer und/ oder zweiter Blühphase geachtet werden. Eine vielseitige Auswahl unserer einheimischen Pflanzen wie Glockenblumen, Wegwarte, Natternkopf, Ochsenzunge, Blutweiderich, wilde Möhre, Rainfarn, Färberkamille, Flockenblumen u.v.m. bis zum gemeinen Efeu bietet unseren Blütenbesuchern Nahrung über den ganzen Sommer bis in den September hinein.
Viele Asternarten beginnen jetzt ihre Blütezeit, die bis in den Oktober, manchmal sogar November reichen kann. Auch Stockrosen, Malven, Zierlauch, Mannstreu, Fackellilie, Sonnenauge und Katzenminze blühen besonders lange.
Sedum Arten wie z.B. Mauerpfeffer oder Fetthennen sind die perfekten Begleiter durch den heißen Sommer, da sie auch mit längeren Trockenphasen gut auskommen und den (Spät)Sommer bis zum Herbst erblühen lassen.
Stauden wie Rittersporn, Steppen-Salbei, Frauenmantel, Schafgarbe, Kaukasiches Vergissmeinicht, Flockenblume, Kugeldistel, Nelkenwurz, Schleierkraut, Lavendel, Katzenminze, Pimpinelle, Ysop, Habichtskraut und viele Storchschnabelgewächse können nun zu einer zweiten Blüte angeregt werden durch einen Rückschnitt (Remontierschnitt). Der Rückschnitt sollte immer gleich nach der ersten Blüte erfolgen, auf ca.5- 10 cm über dem Boden.

Blühende Gemüse-, Kräuterbeete und Balkonkästen
Im Gemüsebeet ziehen u.a. die Blüten von Stangenbohnen, Zuckererbsen, Zucchini, Tomaten und Gurken verschiedenste Bestäuber an. Zwischen den Gemüsereihen ergänzen (übrigens auch für uns essbare) Blütenpflanzen wie Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Borretsch oder Kornblumen das Nektar- und Pollenangebot. Letztere Arten können auch jetzt noch gesät oder gesetzt werden und eignen sich prima zur Gründüngung.
Im Kräutergarten oder Balkonkasten werden blühengelassener Salbei, Thymian, Lavendel, Ysop, Schnittlauch, Minzen, Melissen, Basilikum und Gewürzfenchel heiß umschwärmt.

Bunte Blumenwiese
Im Frühjahr angesäte Wildblumenflächen werden jetzt unter Umständen von unerwünschten Beikräutern im Wachstum überholt. Ein Schröpfschnitt (Pflegeschnitt auf 5-6cm Wuchshöhe), ggf. mit Abräumen des Mähgutes, kann hier Abhilfe leisten.
Blumenwiesen werden am besten zwischen Ende Mai bis Mitte Juni das erste Mal gemäht/ abgesenst und das Mähgut abgetragen. Eine zweite Mahd kann nach Bedarf ab August durchgeführt werden. Klee im Rasen hier und da gern stehen und blühen lassen – auch diese Blüten sind besonders nektar- und pollenreich.

Pflegemaßnahmen für einen blütenreichen Sommer:

  • Staudenbeet: jäten sowie ggf. (für eine 2. Blüte) zurückschneiden
  • erstes Saatgut ernten
  • Nachsaat blühender Gründüngung/ essbarer Blütenpflanzen

  • ggf. Schröpfschnitt (Pflegeschnitt) von hohem Beikrautaufwuchs in Neuansaaten
  • Wiesen: mähen/ sensen, Heu machen

Tipps für die Sommerblüte (Juni – September):

Herbst

Winterquartiere und Kinderstuben stehen lassen

Vertrocknete, hohle oder markhaltige Pflanzenstängel sind Winterquartier und Kinderstube für allerlei Insekten. Die strukturstarken Stängel sollten zumindest bis ins Frühjahr stehen bleiben. Foto: M. Holler

Die warmen, blütenreichen Tage neigen sich dem Ende zu. Insekten, ihre Larven und andere Kleintiere bereiten sich nun auf unterschiedliche Weise auf den Winter oder die nächste Generation vor.

Vertrocknete, hohle oder markhaltige Pflanzenstängel z.B. von Brombeere, Königskerze, Disteln, Beifuss sowie Kletten sind Winterquartiere und Kinderstube für allerhand Nützlinge. Diese strukturstarken Pflanzenstängel sollten nach Möglichkeit bis in das nächste Frühjahr, besser noch (in „wilden Ecken“) über mehrere Jahre hinweg stehen bleiben dürfen. Verschneiden Sie nur das Nötigste im Staudenbeet. Die verbliebenen Samenstände, z.B. von Sonnenblume und Wilder Karde, sind zudem Vögeln eine wichtige Winterfutterquelle. Hecken- und Baumschnitt (ohne Blätter) können als Totholzhecke oder Totholzzaun „nachhaltig aufgeräumt” werden.

In der Wiese sollte nun ein letzter Schnitt mit Mäher oder Sense erfolgen. Um verfilztes Gras sowie ein Nährstoffüberangebot zu vermeiden das Mähgut unbedingt abräumen. Beim Mähen hier und da gern Rand- / Altgrasstreifen als zusätzliche Rückzugsorte aussparen.

Unabdingbar für ein gutes Bodenleben und -schutz: das Herbstlaub. Unter Sträuchern und Bäumen, in Beeten, Ecken und Nischen dient es als schützende Decke für viele Tiere (z. B. einige Hummelarten und Marienkäfer). Laubbläser (zer)stören diese Schutzdecke erheblich.

Bis zum ersten Frost können Frühlingszwiebeln wie Krokus, Blaustern und Winterling gesetzt werden und ein Insekten-Buffet fürs nächste Frühjahr sichern (auf ungefüllte Sorten und Bioqualität achten). Auch blühende Gehölze wie Salweide, Liguster, Faulbaum oder verschiedene Beerensträucher werden am besten bis zum ersten Frost eingepflanzt.

Neuanlagen von Blühflächen werden jetzt vorbereitet (beikrautfreies Saatbeet/ Schwarzbrache schaffen) und ggf. schon eingesät. Bestehende, mehrjährige Blühflächen bleiben am besten bis ins Frühjahr unberührt, um die Überwinterungsplätze für Insekten zu sichern.

Insektenschonende Pflegemaßnahmen im Herbst:

  • strukturstarke, hohle, markhaltige Pflanzenstängel stehen lassen
  • Hecken- und Baumschnitt als Totholzhecke/ -zaun aufschichten
  • letzte Wiesenmahd (z.B. mit der Sense), Mähgut zusammenhäufen
  • Frühjahrszwiebel- und Knollenpflanzen setzen
  • heimische Gehölze pflanzen
  • Laub zusammenrechen/ -häufen, unter Sträuchern/ Bäumen/ im Beet einbinden
  • Neuanlage von Blühflächen: Bodenvorbereitung und/ oder Herbstaussaat

Insektenschonende Herbstarbeiten (September – November):

Winter

Der nächste Winter kommt bestimmt, und vor ihm dann auch die Infos hier.

Kostenlos abgerufen von: https://bluehende-landschaft.de/handlungsempfehlungen-in-vier-jahreszeiten